Gourmet und Gemeinderat – Jesse Burgmann über Küche, Kommunalpolitik und Kulturschocks

Shownotes

Was bedeutet es, als Westfale ein Restaurant mitten im Schwabenland zu führen? Wie hält man die Karte spannend und den Koch happy? Und wie genießt man eigentlich ein richtig gutes Olivenöl am besten?
In TeckTalk Folge 8 spricht der Gastronom und stellvertretende Bürgermeister Jesse Burgmann über seinen Weg zum eigenen Restaurant, wechselnde Wochenkarten – und erklärt, warum es im Burgmann’s völlig egal ist, ob man im Jogginganzug oder im Sakko kommt. Schon ganz hungrig dabei: die Hosts Daniela Braun und Moritz Keller – und neue „Dinge, die ihr nie googeln würdet – aber unbedingt wissen wollt“.

Transkript anzeigen

00:00:00: Gut.

00:00:01: Dann würde hier jetzt der Dschingel kommen.

00:00:14: Herzlich willkommen zu Tech Talk, dem Pass zum Podcast aus Weilheim für alle Weilheimerinnen und Weilheimer.

00:00:20: Und natürlich auch für alle, die grundsätzlich Weilheim interessiert sind oder Weilheim neugierig.

00:00:27: Worum geht es beim Tech Talk?

00:00:28: Es geht um Themen rund um Weilheim, die wir uns ein bisschen vertieft und differenziert anschauen wollen und die vielleicht ... Auch ein bisschen mehr Tiefe verdienen als einfach nur irgendwie ein, zwei Sätze oder Instagram Post.

00:00:40: Und dazu haben wir jedes Mal ein Gesprächspartnerinnen oder ein Gesprächspartner zu Gast.

00:00:45: Heute geht es, kann man sagen, heute geht es um Wirtschaft.

00:00:48: Also es geht um eine Wirtschaft.

00:00:50: Es geht um... Die eine Wirtschaft?

00:00:51: Es geht um die eine Wirtschaft.

00:00:53: Aber bevor wir da reingehen, erst mal, also an euch alle da draußen, nochmal nachträglich ein gutes neues Jahr, dann hier land ich ein gutes neues Jahr mit mir am Mikrofon, ist Daniela Braun, Leiterin des Hauptamts der Stadt Weilheim und damit die Person in allen großen und kleinen Fragen hier Bescheid weiß und einen hier durchführen kann.

00:01:10: Happy New Year!

00:01:11: Ja, vielen Dank, Moritz.

00:01:12: Und für die Einführung nehmen wir am Mikrofon Moritz Keller von unserer Lieblingsagentur, der Cavalerie in Tübingen.

00:01:19: Der Moritz ist ja unser Qualitätsbeauftragter.

00:01:21: Ich sage immer, er ist schlau und lustig.

00:01:24: Gucken wir mal, ob das einem neuen Jahr noch reicht.

00:01:26: Seine erste Tat war heute, als er hier herkam, das Fenster aufzureißen und ein Story zu posten.

00:01:30: Von Weylheim, ich denke, was will man da mehr sagen?

00:01:32: Herzlich willkommen, Moritz.

00:01:33: Wir freuen uns auf zwei, sechs und zwanzig.

00:01:35: Ja.

00:01:36: Und wir freuen uns natürlich auch auf unseren Gast heute.

00:01:39: Mit uns hier ist nämlich von Burgmanns.

00:01:42: Jetzt muss ich dir kurz fragen, sagt man Jesse Burgmann oder Jesse Burgmann?

00:01:45: Eigentlich

00:01:46: Jesse.

00:01:47: Jesse?

00:01:47: Ja, ist ein ganz klassischer biblischer Name.

00:01:50: Ach.

00:01:50: Genau, also es fängt an, es ist ein Rostjans Sprung, von Jesse kam die Art.

00:01:55: Das war quasi aus Sprechgründen die Version von Jesaja.

00:02:00: Genau.

00:02:00: Das ist der offizielle Teil, der inoffizielle Teil, der Bruder von Elvis Presley ist auch so.

00:02:07: Das war jetzt auf jeden Fall schon mal, also direkt am Anfang schon was gelernt, freue ich mich ja immer.

00:02:13: Aber gehen wir dann mal zu unserer Einstiegsfrage, die wir allen unseren Gästen stellen.

00:02:16: Wir fragen ja immer danach, dass jeder uns einen persönlichen Gegenstand mitbringt und uns erklärt, was ist, also in einmal beschreibt für unsere Zuhörer und uns dann als Nächstes sagt, was das denn mit ihm zu tun hat.

00:02:30: Ich greif kurz in meine Tasche, das ist relativ unspektakulär.

00:02:38: Also, ich habe mitgebracht, ein Land Rover Defender.

00:02:41: Einhundertzehn Station Wagon.

00:02:45: Ist eigentlich ziemlich genau wie meiner, nur meiner ist komplett schwarz.

00:02:48: Und es war immer mein Lieblingsauto, seit ich Kind bin.

00:02:52: Und den Traum konnte ich mir, zwanzig zwanzig, dann endlich erfüllen.

00:02:57: Deswegen habe ich mitgebracht, einfach das als Symbol dafür, sich auch mal was zu gönnen.

00:03:04: Genau.

00:03:05: Und sagt der was über dich?

00:03:06: Land Rover?

00:03:07: Man könnte jetzt sagen, irgendwie so ein Landmensch, das mit Weilheim natürlich schon Verbindung bringen.

00:03:12: Land Rover, da musst du jetzt was kommen, Jesse.

00:03:15: Also letztendlich ist es schon so, also man sagt ja zum Land Rover nicht umsonst der englische Patient.

00:03:20: Also wer so ein Auto hat, hat ein Hobby und kennt viele Kfz-Schrauber.

00:03:25: Ja, genau.

00:03:26: Aber ich liebe das Auto und jeder, der einmal drin gesessen hat, will nie wieder was anderes fahren, weil es ist echt wie Treckerfahren.

00:03:31: Das ist richtig geil.

00:03:33: Genau.

00:03:34: Hey, also ich bin einfach so stolz auf den und meine Frau hört ihn meistens.

00:03:40: Ich komme ja kaum noch dazu.

00:03:41: Aber der steht jeden Abend an meinem Bett, dass ich weiß, dass ich mir einen großen Traum erfüllt habe.

00:03:47: Genau.

00:03:48: Geil.

00:03:49: Jesse, wie oft sagen wir den Leuten zu dir, ach, du bist ja gar nicht echt Schwabe.

00:03:53: Also...

00:03:54: Spätestens beim Hallo.

00:03:57: Ja, es ist natürlich ein... Ich kann das halt nicht verbergen.

00:04:00: Also es ist halt so, wie es ist.

00:04:02: Ich spreche Hochdeutsch.

00:04:04: Ich kann keinen Schwäbisch, ich versuch's auch nicht.

00:04:06: Ich hab gewisse Worte adaptiert, aber...

00:04:09: Welcher hast du adaptiert?

00:04:11: Also Neu geht natürlich schon.

00:04:14: Neu, also

00:04:14: im Sinn von Nein.

00:04:16: Genau.

00:04:17: Oder was natürlich... Das ist auch so eine Anekdote, die man immer erzählt.

00:04:23: Da gibt's so Wortwahlen, die die Leute dann erwähnen, wo ich dann sage, okay, das ist krass.

00:04:27: Ich müsste erst mal gucken, was das heißt.

00:04:29: Also vor Jahren habe ich zum Beispiel... habe ich einen Gast gefragt, wie ihm der Wein schmeckt und dann hat er gesagt, ja ja, zum Bronzer langt.

00:04:38: Ich habe gesagt, wow super, das ist bestimmt wieder so ein schwebisches Kompliment und bin dann in die Küche gegangen und habe erst mal gegugelt, was das heißt.

00:04:45: Also das muss man dazusagen.

00:04:46: Aber ich habe das seitdem auch in meinen Wortschatz natürlich übernommen, weil ich finde es sensationell.

00:04:54: Das ist ein emotionaler Ausbruch, definitiv.

00:04:59: Krass, also so guten Wein hast du, da musst du mal die Karte durchziehen.

00:05:04: Genau, vielleicht bring ich an der Stelle gleiche Dinge, die ihr nicht googeln würde, da wo unbedingt wissen wollt.

00:05:09: Also, du kommst ja aus Ostwestfalen.

00:05:11: Absolut.

00:05:12: Ja, und ich hab in meiner Recherche den Fun Fact gefunden, der Satz, nicht geschimpft ist genug gelobt, hat in beiden Regionen Heimrecht.

00:05:20: Der Sprödehumor von Schwaben und Westfalen ist legendär und ein verbindendes Element.

00:05:25: Und das schreib ich zu hundert Prozent.

00:05:28: Also der Schwabe und der Ostwestfale sind sich deutlich gleicher, als man denkt.

00:05:33: Ist wirklich so.

00:05:33: Also der Humor, Schweigen ist auch Kommunikation.

00:05:40: Und von daher, also typisches Beispiel, ich ruf mein Vater an und bei dir und dann fragt man davon, mit wem hast du gesprochen, habe ich gesagt, ja mit meinem Vater und was habt ihr besprochen, ja alles.

00:05:55: Also das muss man auch sagen, das ist ja bei dem Schaden ähnlich sehr wortkark, genau.

00:06:00: Also das unterscheibe ich zu hundert Prozent.

00:06:02: Also hast dich hier sofort heimisch gefühlt, als du hier angekommen bist?

00:06:06: Gut, das hat ein bisschen gedauert.

00:06:10: Es wuchs im wahrsten Sinne des Wortes mit meinen Kindern.

00:06:14: Am Anfang hat man immer noch gedacht, ja, das ist schon ganz nett hier.

00:06:16: Also erst das kleine Anekdote, wenn ihr kurz Lust habt.

00:06:20: Erstes Erlebnis von Weilheim war, es war Stockfinster.

00:06:25: Ich war in der Stadt unterwegs.

00:06:27: Wir waren in der Traube damals noch.

00:06:30: Und da habe ich meine Frau angerufen und hat sie gefragt, wie findest du es da so?

00:06:33: Und dann war es stockfinstern draußen nachts.

00:06:36: Und dann habe ich gesagt, super schön.

00:06:37: Da habe ich mich einfach auf mein Gefühl verlassen.

00:06:43: Und es hat sich ja dann auch über die Jahre bewahrheitet.

00:06:45: Ich meine, das ist halt eine tolle Stadt.

00:06:46: Das müssen wir einfach so sagen.

00:06:50: Jetzt kommen wir zu den anderen Themen dafür, wenn heute wohl nicht zuständig.

00:06:54: Ja, die Arbeitsteilung finde ich gut.

00:06:57: Das

00:06:57: sage ich mir schon.

00:07:03: schafft und fleißig ist im Schwabenland.

00:07:07: So ein bisschen zum Werdegang, das interessiert ja die Zuhörer immer.

00:07:10: Woher kam das denn?

00:07:11: Warst du quasi schon immer geboren, am Rest rauszuführen?

00:07:14: Oder gibt's so ein ganz, ganz, die Personaler sagen immer so ein bisschen crazy Werdegang, wo man anfängt oder so klassisch eine Kochlehre gemacht und dann nochmal in der Welt rumgereist und verschiedene Eindrücke sagten, mehr dann immer gesammelt?

00:07:28: Oder wie war's bei ihr?

00:07:29: Also das war schon einfach eine lange Reise.

00:07:33: Ich kann ja kurz anfangen, also ich bin in Bielefeld geboren, aufgewachsen, mein Abitur gemacht, mein Zivilienster gemacht.

00:07:39: Und auch immer gesagt, ich gehe hier aus Bielefeld weg.

00:07:41: Und dann irgendwann kam der Moment, wo man sich dann überlegt, okay, wie geht es denn weiter.

00:07:46: Und dann, meine Mutter lebte zu der Zeit in Regensburg und dann habe ich gesagt, komm, Regensburg, why not?

00:07:51: Und dann habe ich dann ja so gelebt und ein bisschen orientiert, sagt man dann, so vorm Studium und so weiter.

00:07:59: Und dann habe ich einen Studienplatz gekriegt in Siegmaringen.

00:08:03: Also ich bin schon mal Richtung Weilheim unterwegs gewesen und da habe ich dann BWL studiert und habe aber nach dem Grundstudium gemerkt, das ist ja eigentlich wie Schule.

00:08:15: Und da sitzen lauter Erwachsene und vorne macht einer so Frontalunterricht und die haben immer gesagt, es ist Praxissnaber, war irgendwie nicht.

00:08:21: Ich war eine schöne Zeit, hab Spaß gehabt, den WGs gewohnt und so weiter.

00:08:28: Und dann bin ich von da aus nach Berlin gegangen.

00:08:32: Und in Berlin habe ich dann einfach gejobbt.

00:08:34: Zu der Zeit hat man da zwar nicht so gut verdient, aber Berlin war halt einfach so, ja, muss mal gemacht haben.

00:08:41: Und da habe ich in der Cocktail-Bar auf Verfriedrichstraße gearbeitet und habe da einfach eine super Zeit gehabt.

00:08:48: Zwei Kollegen, der eine war ... Hooligan von BFC Dynamo und der andere war Bodybuilder.

00:08:53: Also das war einfach auch eine prägende Zeit, waren wirklich richtige Ostdeutsche, aber es war mega lustig, mega nett und wir haben richtig Spaß gehabt, aber du hast halt gemerkt, du findest da kein Job oder so, Berlin.

00:09:03: Wir haben dann Wohnungen angeguckt mit mit fünfhundert Leuten gleichzeitig und so, das war alles so ein bisschen schwierig.

00:09:10: Und dann bin ich nach Düsseldorf gekommen.

00:09:13: Also in Düsseldorf habe ich dann gearbeitet erst in so einer Ich sag es mal so eine Starbucks-Klon, sowas ähnliches und habe dann da, das hat eigentlich super geweibt, super nette junge Leute, alle Studenten.

00:09:29: und dann habe ich gesagt, komm, ich könnte ja nicht nur eine Aushilfe machen, ich kann da ja mal fragen, ob die vielleicht eine Ausbildung oder so.

00:09:35: Dann habe ich eine Ausbildung gemacht, habe zwei Jahre, also verkürzt auf zwei Jahre.

00:09:39: Fachmann für Systemgastronomie, bin ich jetzt offiziell und habe dann verkürzt auf zwei Jahre und bin.

00:09:46: im zweiten Jahr war ich, oder in meinem letzten Jahr, war ich dann Filial-Leiter, von drei Filialen mit dreißig Mitarbeitern, tausend Gästen am Tag und es hat einfach richtig Spaß gemacht.

00:09:57: Also es war einfach eine schöne Zeit.

00:09:59: Leider ist das dann ein bisschen zerschlagen worden, weil dann sind Investoren da mit reingekommen und dann meinten die hundert Läden aufmachen zu müssen.

00:10:06: und man weiß ja, Qualität und Quantität passt meistens nicht so zusammen.

00:10:11: und dann bin ich quasi gegangen.

00:10:15: und zeitgleich, jetzt muss ich ein bisschen ausholen, zeitgleich war meine Schwester auf dem Weg von Frankreich nach Auen, also zehn Kilometer von hier und meine Mutter war dabei.

00:10:29: und meine Mutter hat immer gekocht für die Weingutbesitzer da in Frankreich und meine Mutter kocht sowieso hervorragend.

00:10:37: und dann ist die nach Auen gegangen.

00:10:40: und dann hat Mac und Schüle.

00:10:43: Also der Christoph Mark als Vorstandsvorsitzter dann gesagt, weil meine Mutter ihn becatert hat, so als ich AG, hat er gesagt, hey, sie kochen so gut, ihr könnt doch ein Restaurant aufmachen.

00:10:53: Und dann hat sie gesagt, mit sechzig mach ich das bestimmt nicht mehr.

00:10:57: Und dann der Herrmann Bauer, der Altbürgermeister, hatte dann gesagt, ja, da ist doch ein Lokaler gekommen, da könnt ihr doch mal versuchen.

00:11:03: So kam eins zum anderen und dann ist das Lokaler eröffnet worden.

00:11:06: Meine Mutter hat gesagt, okay, ich mach's, hat dann nach vier Wochen, aber Angrub hat gesagt, Junge, komm, ich schaff's nicht alleine.

00:11:13: Dann war ich in Düsseldorf, meine Frau Hochschwanger.

00:11:17: Wir hatten eine schöne Wohnung, wir hatten einen festen Job und dann sind wir hier runtergekommen.

00:11:23: Ich habe immer gesagt, wenn mich einer gefragt hat, wie das heißt, habe ich immer gesagt, das ist eine geheime Mission, die heißt Aufbau Südwest.

00:11:28: Nein, nein, nein.

00:11:30: Aber das haben Sie mir dann alles nicht so geglaubt, aber das war der Moment.

00:11:35: Also wie gesagt, vielen Dank da auch an die Chance, Marc und Schüle und Christoph, weil wir konnten ein Jahr als Angestellte das machen.

00:11:42: Und dann habe ich es nach einem Jahr dann übernommen und habe das selbstständig weitergemacht.

00:11:46: So bin ich eigentlich hier hingekommen.

00:11:48: Genau, als gelernter Fachmann für Systemgastronomie aus einer absoluten Gleichschaltungskastronomie zu einer absolut individuellen Gastronomie.

00:11:55: Genau.

00:11:56: Und da wird es ja jetzt spannend.

00:11:57: Also das Konzept, das ihr habt, wir sind ja direkt neben anderen, wie wir natürlich auch essen und holen Essen, das ist ja ein besonderes Konzept.

00:12:04: Also wie kommt man auf so eine Idee?

00:12:06: Weil Systemgastronomie... Ja, nicht auch nicht unbedingt mit dem Konzept.

00:12:11: Würde ich jetzt nicht so speziell und gleich draufkommen, dass ich da war, also wer hat sich das überlegt?

00:12:15: Wie kommt man auf so eine Idee?

00:12:16: Samstag und Sonntag zu, püffige Designs, irgendwie ganz neue Gerichte.

00:12:22: Wie schütteln wir das aus der Hand?

00:12:24: Also das finde ich schon bemerkend.

00:12:25: Ja, ich glaube, es ist ein Prozess über die letzten letzten Jahre hinweg.

00:12:28: Aber wir waren uns von Anfang ein, eins, dass wir, also meine Mutter und ich, wir haben das ja, meine Mutter hat gekocht, ich habe den Service gemacht.

00:12:36: Und uns war von vornherein klar, dass wir eine kleine Karte haben werden, weil es so ist wie zu Hause.

00:12:43: Also wenn ihr Besuch zu Hause habt und ihr habt vier Herdplatten und da sitzen sechzehn Leute, die fünf Gerichte essen wollen, dann kommt ihr auch in Schwierigkeiten.

00:12:50: und das ist bei uns genau das selbe Problem.

00:12:53: Und ich glaube einfach, Qualität ist darin begründet, dass man weniger anbietet und dafür gut.

00:12:58: Also lieber fünf richtig gute Gerichte als zehn halb so gute Gerichte.

00:13:02: Also das war immer unser Ansatz und wichtig ist immer kein Müll, möglichst wenig Müll.

00:13:06: Weil klar, in letzter Konsequenz entsorgen wir Lebensmittel.

00:13:10: Da müssen wir uns einfach dessen bewusst sein.

00:13:13: Und von daher war das Konzept eigentlich immer schon so gleich.

00:13:17: Jede Woche eine neue Karte, mittags einessen, bis es weg ist, wenn nicht vorbestellt hat Pech gehabt.

00:13:24: Und das funktioniert ja, wenn man das so sieht, super.

00:13:27: Und wir haben natürlich Mitarbeiter.

00:13:28: Wir haben Verantwortung für Mitarbeiter.

00:13:31: Personalmangel in der Gastronomie kennt jeder.

00:13:33: Wir haben Samstag, Sonntag frei.

00:13:36: Also das war natürlich auch eine Entsteidung, wo wir uns selber Mut zugesprochen haben.

00:13:40: Vollkommen klar, aber es hat am Ende geklappt und auch gefruchtet, denke ich.

00:13:45: Wir sind ausgelasselt.

00:13:46: Unsere Woche ist genauso voll wie bei jedem anderen Menschen auch.

00:13:48: Und nebenbei hast du mal gesagt, hat es dir geholfen, auch gar nicht in Personalprobleme reinzukommen, weil auch zu schätzen, wir sind fast ja im Wochenende fertig.

00:13:56: Also unsere Mitarbeiter sind schon sehr, sehr lange da.

00:14:01: Ich hab wirklich welche, die von Beginn an dabei sind.

00:14:03: Und auch vielleicht mal kurz weg waren, weil sie einfach mal gucken mussten, dass es woanders nicht so schön ist wie bei uns.

00:14:10: Wie hat sich dein Konzept über die Jahre so verändert?

00:14:14: Stur, also ich bin ja Westfale, Ostwestfale.

00:14:18: Wir sind stur, wir sind hartnäckig, wir sind kämpferisch.

00:14:20: Also ich kann nicht einfach so sagen, ich geb das jetzt auf.

00:14:23: Weil wenn ich jetzt, wenn mich auf alles gehört hätte, was die Leute mir sagen, also mussten Trollinger anbieten oder... oder mussten Roschbräuere anbieten, dann wäre ich einer von vielen.

00:14:34: Und das habe ich bewusst nicht gemacht.

00:14:37: Wir haben uns, wie gesagt, auch vielen, vielen Dank nochmal an meine Mutter.

00:14:41: Wir haben uns da immer Mut zugesprochen.

00:14:42: Meine Frau natürlich auch, da kann ich nach Hause sagen, da hat schon wieder einer gesagt, wir haben Weinaus Afrika.

00:14:49: Heutzutage ist es normal, dass Weinaus Südafrika kommt.

00:14:54: Wenn ich dich da gerade dazu was fragen darf, also zu öfter mal was Neues ausprobieren, wie ist, was passiert denn, wenn ein Ostesfall zum ersten Mal Cachebette mit Rostzwiebeln ist?

00:15:05: Im Normalfall nichts, außer erst Laktose in Tolerant.

00:15:10: Nein, es ist natürlich schon, also machen wir uns nichts vor.

00:15:13: Also überall, wo Fett, Butter, Getreide und so weiter dran ist, es schmeckt halt.

00:15:19: Ja, machen wir uns nichts vor.

00:15:20: Ich finde, ist ein geiles Gericht nicht meins, aber es ist auf jeden Fall... Gut.

00:15:28: Jetzt hat's Bergmanns ja bei uns in Wellheim sogenannten Gastromäle auch viele Veranstalten und Feste initiiert.

00:15:34: Also sei es der Heilige Morgen oder das Marktstraßenfest.

00:15:38: Das war da ja immer wichtig, dass es nie das Konkurrenzding so stark verankert bei dir ist, sondern man lebt und man überlebt da, indem man um die Kooperationen eingeht.

00:15:46: Du hörst sicher, als in Wellheim und im Städte richtig was getan.

00:15:49: Was ist da da eine Haltung und was war auch da eine Motivation?

00:15:52: Du sagst ne, gemeinsam sind wir da besser.

00:15:54: Naja, es ist ja so.

00:15:56: andere Kollegen können Sachen viel besser als ich, also schwebisch kochen.

00:16:00: Also das können wir zwar auch, aber ich denke, die anderen machen es authentischer.

00:16:03: Und es ist ja auch immer wichtig, ein friedliches Miteinander zu pflegen.

00:16:06: Also was bringt es, wenn wir immer gegeneinander angehen?

00:16:10: Gemeinsam erreicht man ja mehr.

00:16:12: Und so war es natürlich auch.

00:16:13: Und Konkurrenz belebt das Geschäft.

00:16:16: Aber wir haben so viele verschiedene Konzepte, weil wir nehmen uns ja nichts weg.

00:16:20: Also es ist eher gegenseitig befruchten, muss ich wirklich sagen.

00:16:24: Und die Kollegialität ist auch Mega, also ich habe heute auch mit zwei Gastronomen noch Kontakt gehabt.

00:16:29: Da hilft man sich auch, also muss man wirklich sagen.

00:16:32: Es ist ein inneres Blumenflücken für mich, ja.

00:16:35: Ja, Moritz.

00:16:38: Inneres Blumenflücken.

00:16:39: Ich denke, Moritz hat auch so Texte, der irgendwie so Formulierungen darstellt.

00:16:43: Ja,

00:16:43: ich sehe schon, er schreibt mit.

00:16:45: Er schreibt er nicht mit.

00:16:49: Das habe ich jetzt nicht mitgeschrieben, ja, das stimmt.

00:16:52: Aber auf der Todaufnahme kann man das ja mal behaupten.

00:16:54: Aber zu den Veranstaltungen, das ist halt einfach auch wichtig für die Stadt.

00:16:57: Also wir möchten damit was zurückgeben, das ist doch vollkommen klar.

00:16:59: Also wir haben ganz tolle Gäste, wir haben tolle Mitarbeiter, wir haben tolle Kollegen und dann muss man halt mal auch gemeinsam feiern.

00:17:06: Das ist auch klar.

00:17:08: Genau.

00:17:08: Hat sie auch gut etabliert, muss man ja wirklich sagen.

00:17:10: Äh,

00:17:13: genau.

00:17:13: Ähm, ich würde gerade nochmal, nochmal so ein, äh, Ding in die

00:17:17: Guten würde

00:17:18: rein schmeißen.

00:17:19: Und zwar, ähm, äh, ist mir eins... Begegnet.

00:17:24: Gäste senden pro Jahr in Deutschland rund dreißig Millionen Essensfotos aus Restaurants.

00:17:29: Wie verbreitet ist das bei euch?

00:17:31: Oder andere Frage, die vielleicht auch was mit Gästen zu tun hat?

00:17:34: Das heißt, da will sich so viel über Gäste reden.

00:17:35: Aber ein bisschen Küchen Talk muss, glaube ich, sein.

00:17:38: Was war denn so der wildeste Abend oder das wildeste Ereignis, was du mal im Burgmanns erlebt hast?

00:17:44: Ja, also wir haben viele Momente.

00:17:46: ... noch ganz kurz zu der ersten Frage, also Camera eats first, ... ... ist ganz klar, ist in Weilheim so wie in Berlin, ... ... also bevor gegessen wird, ... ... kommt die Handys, dann hundertprozentig.

00:17:57: Genau.

00:17:57: Also ich habe viele spannende Geschichten erlebt, ... ... ich habe auch viele traurige Geschichten erlebt, ... ... aber das ist, glaube ich, der Teil der Gastronomie ausmacht.

00:18:03: Also wir sind da, wo Emotionen sind, ... ... ich sage es mal, eine Taufe, eine Kommunion, ... ... eine Hochzeit, vielleicht aber auch eine Trennung.

00:18:12: Also ich habe ...

00:18:12: ... einen Heiratsantrag, gab es das mal bei?

00:18:15: Ah, so ganz klassisch nicht.

00:18:16: Ich hab immer gehofft, dass der Kai Flaume mal reinkommt, aber war nicht.

00:18:19: Nein, also das war...

00:18:21: Kai Flaume?

00:18:23: Und ich hab irgendwie gelesen, das soll jetzt total hip sein, wieder over Instagram.

00:18:27: Aber die Eltern erinnern sich noch an die Sendung.

00:18:29: Nur die Liebe zählt.

00:18:30: Nur die Liebe zählt, genau.

00:18:31: Aber das ist bei uns in Burgmanns auch nur die Liebe

00:18:33: zählt.

00:18:37: Ja.

00:18:37: Also es gab viele Momente, es gab auch viele schwierigen Momente, klar.

00:18:44: Corona können wir nicht... nicht einfach weglassen, aber da möchte ich auch gar nicht so drüber sprechen.

00:18:48: Das waren viele Herausforderungen, auf jeden Fall.

00:18:51: Ich habe tolle Gäste, die sich, die über Jahre kamen und sobald sie im Ruhestand waren, krank wurden.

00:18:59: Da haben wir auch viele traurige Geschichten, aber wir haben auch ganz viele tolle Geschichten.

00:19:02: Also von Pärchen, die sich das erste Mal bei uns getroffen haben und so weiter.

00:19:07: Und auch welche, die kaum an sich halten konnten.

00:19:13: Alles erlebt, ja.

00:19:14: Also ich schreibe irgendwann ein Buch.

00:19:17: Mehr sage ich jetzt gleich.

00:19:19: Und glaube ich hätte jetzt zwei Restaurants auch nicht unbedingt vermutet.

00:19:22: Zu Speed-Dating liest mir immer wieder.

00:19:24: Dass es da so Ecken gibt und so Events.

00:19:26: Ihr seid ja eher in Richtung Sackclown.

00:19:27: Gut, hier da an, in die Richtung, oder?

00:19:29: Ja,

00:19:29: ja, ja.

00:19:30: Wobei das macht ja meine Mutter.

00:19:32: Und das ist, ich sage jetzt mal ganz gesetzt.

00:19:35: Da ist die Welt in Ordnung.

00:19:39: Jetzt bist du ja nicht nur als Gastronom-Initiativ unterwegs, sondern auch ehrenamtlich.

00:19:44: Und seit dem Jahr zwei Jahrzehnte war es als Gemeinderat.

00:19:49: Da gab es ja auch so eine erzündende Idee, dass du gesagt hast, ich muss mal irgendwie was anderes machen, ich muss mich hier einbringen, ich brauche noch mehr zu tun.

00:19:56: Gastronom ist ja ein Halftime-Job, neun bis fünfzehn Uhr.

00:20:00: Sonst wäre ich hier.

00:20:03: Noch mehr Herausforderungen gesucht.

00:20:04: Und jetzt bist du ja Gemeinderat und hast ja ein verantwortungsvolles Amt.

00:20:09: Ja, also das war wirklich, zwei neunzehn war es so, es lief alles.

00:20:13: Also Konto sah gut aus, Mitarbeiter waren mega gut und sind es auch immer noch.

00:20:18: Aber ich habe das Gefühl gehabt, die brauchen mich gar nicht, die machen das alleine ohne mich.

00:20:24: Und hätte ich gewusst, was zwanzig zwanzig kommt, wäre ich vielleicht vorsichtiger gewesen.

00:20:29: Aber es war so, dass ich dann zu meiner Frau gesagt habe, ich brauche irgendeine Herausforderung.

00:20:33: Und da sind zwei Sachen.

00:20:36: Gleichzeitig passiert, der Joachim Naas hat mich angesprochen, ob ich Lust hätte auf Gemeinderat.

00:20:41: Und da habe ich ähnlich reagiert wie meine Mutter so, ne, lass mal, ich habe eigentlich genug zu tun.

00:20:45: Aber irgendwie hat es mich doch fasziniert, weil es ist schon so, ich fühle mich megawohl.

00:20:50: Wir sind hier zu Hause und da habe ich gesagt, komm, dann geben wir was zurück und dann stellen wir mich halt mal zur Wahl.

00:20:57: Vielleicht klappt es ja auch nicht, aber es hat überrangend gut geklappt, muss ich wirklich sagen.

00:21:02: In stiller Demut habe ich das akzeptiert, was da passiert ist.

00:21:05: Also ich habe wirklich, ich glaube, die drittmeisten Stimmen gekriegt.

00:21:09: Bin mega dankbar.

00:21:11: Mega dankbar.

00:21:12: Und wie viele, wie viele Bürger kommen zu dir, so in die Bürgersprechstunde dann ins Burgmanz?

00:21:17: Täglich.

00:21:18: Täglich.

00:21:18: Also es ist, ja, viele kennen mich ja, also alle wissen aber der Yese, ne?

00:21:22: Dann schreibe ich kurz dem Yese oder so.

00:21:24: Also es funktioniert ja auch.

00:21:25: Also ich bin ja auch sehr kommunikativ.

00:21:27: Ich habe mein Handy eigentlich nie auf Flugmosen, außer jetzt.

00:21:32: Ich schreibe den Leuten dann auch zurück, ich gucke schon, dass wir was machen können, aber ich bin jetzt kein Lautsprecher oder so, sondern ich versuche das eher im sauberen Stil zu machen, genau.

00:21:40: Aber es macht super viel Spaß und Gemeinderat ist eine tolle, tolle, spannende Sache, hätte ich nie gesagt.

00:21:47: Und ja, ich sage es mal nach der Beförderung im letzten Jahr bin ich noch viel, viel dankbarer, klar.

00:21:55: Jetzt müssen wir Moritz kurz erklären, was macht so ein Gemeinderat?

00:21:57: Der weiß es natürlich, aber für den Fall, dass er jetzt wieder nicht mitschreibt.

00:22:03: Ja, ich sage es mal, wir sind das Kontrollorgan der Stadt und wir kriegen pünktlich zu den Sitzungen in hervorragend aufgearbeiteter Qualität unsere Unterlagen, die wir natürlich alle ehrenamtlich durcharbeiten und dann gucken, dass wir der sinnvolle Entscheidung treffen.

00:22:19: Und parallel haben wir natürlich für die Leute, die uns gewählt haben, auch ein offenes Ohr.

00:22:25: Gucken, das war die Information, die uns dazugespielt werden, natürlich dem Entsprechend transparent auf weiterspielen.

00:22:30: Ja, aber es war so, dass ich erst mal dachte, ich weiß ja nicht.

00:22:34: Und dann, ich weiß nicht, die Anekdote hatte ich, glaube ich, dann je lang mal erzählt, dann habe ich das zu meiner Frau gesagt, ich glaube, ich müsste mal echt so eine richtig krasse Herausforderung machen.

00:22:44: Und dann, da habe ich gesagt, ich habe so einen Käfigkampf oder so.

00:22:51: Ich bin ja der friedfertigste Mensch überhaupt.

00:22:54: Und da war es dann wirklich so, dass ich, da hat sie mir Gutschein fürs Kickboxen geschehen.

00:23:00: Und dann bin ich dahin zur Kampfsportakademie nach Kirchheim.

00:23:05: Marco, liebe Grüße.

00:23:06: Da war es wirklich so.

00:23:09: Ich war fix und alle.

00:23:10: Also ich habe drei Liegestütze geschafft.

00:23:12: Ich habe gezittert, als wäre ich Marathon gelaufen.

00:23:14: Und dann habe ich erst mal gemerkt, okay,

00:23:16: oder?

00:23:16: Du hast vor dem Kampf die Liegestütze gemacht.

00:23:18: Nein, nein, ich habe gar keinen Kampf gemacht, sondern ich habe Training gemacht.

00:23:21: Und ich habe dann wirklich gemerkt, oh, ey, du bist so... körperlich am Ende.

00:23:25: Du kannst dreißig Stunden gefühlt am Stück durcharbeiten, aber du bist nicht in der Lage, drei Liegestütze zu machen.

00:23:30: Da müssen wir irgendwas ändern.

00:23:32: Und das war zwei neunzehnt.

00:23:33: Und seitdem bin ich jede Woche mit Marco in Einzel oder paar Unterrichts mit meiner Frau.

00:23:40: Genau.

00:23:42: Wie viele Liegestützen gehen jetzt?

00:23:44: Es kommt drauf an.

00:23:45: Also ich denke, ich will jetzt nicht angeben oder so.

00:23:46: Ich bin echt nicht der Supersportler.

00:23:49: Der Schwerpunkt ist ja bei mir nicht im oberen Körper, sondern im mittleren Körperbereich.

00:23:54: Das sagen sehr alle.

00:23:59: Mit viel Kraft komme ich schon auf die Fünfzig.

00:24:02: Wow.

00:24:03: Amstück?

00:24:03: Fünfzig amstück?

00:24:04: Oder mit

00:24:05: den Setzen?

00:24:06: Ja, locker her.

00:24:09: Horitz Schascht ist auch?

00:24:10: In

00:24:11: mehreren Setzen.

00:24:12: Ja, wir haben vorhin darüber gesprochen.

00:24:14: In Fünfzig bis Fünfzig Setzen.

00:24:19: Ja, ich sag

00:24:21: ja, so ein Körper will unterhalten werden.

00:24:23: Das müssen wir ganz klar machen.

00:24:25: Gut.

00:24:29: Ganz kurz, weil wir noch gar nicht dabei waren, du hattest schon einen Herzenswunsch vorbereitet, gell?

00:24:34: Das hätte ich jetzt fast vergessen.

00:24:35: Ja, Daniela bringt dir immer einen Herzenswunsch mit.

00:24:38: Einen, der sich nach Möglichkeit auch mit der... Mit der Verbeamtung.

00:24:42: Ja, aber heute geht's ohne Verbeamtung.

00:24:44: Es geht damit sehr gut der Chor heute.

00:24:48: Genau.

00:24:49: Also ich bläute immer so ein bisschen aus dem Nähkästchen und jetzt weiß man ja, ich bin quasi die beste Köchin auf Erden nach meiner Mama.

00:24:56: Also ich kann quasi Pudding kochen und ich kann mir aus dem Spiegelei machen, das ist das höchste der Gefühle.

00:25:02: Und ich liebe ja alles, was kochen kann oder was essbar ist.

00:25:06: Und ich dachte, ihr sucht doch bestimmt Leute, ich habe da auch ein bisschen gegugelt, was das sein soll.

00:25:10: Früher gab es ja die Vorkuster, ich zitiere.

00:25:14: Ein Vorkoster ist eine Person mit der spezifischen Aufgabe Speisen und Getränke in Klammer, durch Entnahme und Einnahme einer Kostprobe, auf ihre Qualität und Verträglichkeit zu prüfen.

00:25:25: Und jetzt kommt's.

00:25:26: Historisch gesehen war der Vorkoster das Amt,

00:25:30: ich,

00:25:30: eines angestellten, ja, meist eines Klaren bei Hofe.

00:25:35: Und ich dachte mir, so eine Gastronomie habt ihr auch so einen Qualitätsbeauftragten Vorkoster.

00:25:41: Und ich würde dann aber die kleinen Kostproben ja wirklich austauschen und richtige Schöpflöffel nehmen.

00:25:48: Gar kein Problem.

00:25:49: Also du bist jederzeit willkommen.

00:25:52: Vielleicht deckt sich das ja auch mit dem, was ich da in der Tüte habe.

00:25:55: Ah ja, da wollte ich irgendwie Dezent jetzt überleiten auf die Tüte, weil irgendwie ich werde schon ein bisschen heberlich im Ochsen.

00:26:00: Das passt ja auch

00:26:01: ganz gut zum Thema am Hof.

00:26:02: Ich bin ja ein Burgmann.

00:26:05: Symbiose ist schon fast mit uns beiden.

00:26:08: Also ich sehe da Riesenpotenzial.

00:26:11: Darf ich meine Tüte reinfassen?

00:26:12: Jetzt hat die große braune Papiertüte auf den Tisch gezogen.

00:26:16: Also ich hab das jetzt mal so gemacht und

00:26:18: greift da jetzt rein.

00:26:19: Ich greif

00:26:19: da jetzt mal rein.

00:26:20: Das deckt sich auch mit dieser Verbeamtungsgrenze.

00:26:24: Also es ist ein Gutschein für den Essen, weil das Essen ist bei uns unbezahlbar.

00:26:28: Ach, erforscht du das auch nicht.

00:26:29: Geil.

00:26:31: Das ist ja super.

00:26:32: Vielen Dank.

00:26:33: Dann habe

00:26:33: ich euch natürlich auch noch

00:26:34: ein

00:26:37: schönes Bio-Olivenöl mitgebracht.

00:26:40: Weil nichts macht glücklicher als Fett.

00:26:43: Ja, das stimmt allerdings.

00:26:45: Das ist ja

00:26:45: der Hammer.

00:26:45: War geil.

00:26:47: Vielen Dank.

00:26:48: Ja, von Herzen gerne.

00:26:49: Also

00:26:49: wirklich dickes Ding ist denn schön.

00:26:51: Und was man ja sagen muss, und dahinten ist es ja traufjessig, alles irgendwie bio, alles irgendwie nachhaltig, ist jetzt nichts, was man sich irgendwie bei... hat ja auch jetzt seine Berechtigung, aber du achtest ja schon darauf hast vorhin gesagt, mit Qualität und Lebensmittel und nicht wegworfen.

00:27:09: Ja, ist auch total wichtig.

00:27:13: Ich hoffe, ihr merkt das auch, ich kann mich ja nicht verstellen.

00:27:15: Also ich bin authentischer Typ, denke ich, und authentisch sein heißt auch authentisch sein in Bezug auf Qualität und authentisch sein in Bezug auf den Preis.

00:27:24: Also wir sind keine Archimisten.

00:27:26: Mein Team sind keine Archimisten.

00:27:28: Wir können also nicht aus einem schlechten Produkt ein tolles Essen machen.

00:27:31: Das funktioniert halt nicht.

00:27:33: Und das Qualität ist natürlich das oberste Gut bei uns.

00:27:36: Und Nachhaltigkeit ist natürlich auch ein ganz ganz wichtiger Faktor.

00:27:39: Also wir haben ja seit, ich weiß nicht, sieben, acht Jahren too good to go.

00:27:44: Das heißt, wir retten Essen, die sonst in der Tonne gelandet werden.

00:27:48: Da haben wir auch schon weit über acht tausend Portionen verkauft.

00:27:52: Wir gucken, dass wir nicht viel Müll produzieren.

00:27:54: Das ist auch total wichtig.

00:27:56: Wir gucken, dass wir Dinge da, wo es Sinn macht, regional lösen.

00:28:00: Wobei wir bei Regionalität ja schnell auch an Grenzen stoßen.

00:28:03: Also, ich sag jetzt mal, Kaffee, Gewürze.

00:28:06: Also, alles das, was das Essen dann auch spannend macht.

00:28:09: Aber da, wo es Sinn macht, macht es Sinn.

00:28:11: Aber wir sind jetzt keine, die aufkrampf gucken.

00:28:14: Bei uns ist Qualität das oberste Gute.

00:28:15: Wichtig ist, dass es gut ist.

00:28:17: Und das merkt man auch.

00:28:18: Manchmal ist es schon so... Du nimmst das in die Hand und denkst, oh, weiß ich nicht.

00:28:23: Und da muss man die Lieferanten auch ein paar Mal erziehen und sagen, pass auf, so was kannst du woanders hinliefern, aber nicht zu uns.

00:28:30: Ich glaube, ich bin auch als der pedantischste Kunde irgendwo bekannt.

00:28:34: Also Qualität ist halt schon brutal wichtig.

00:28:37: Weil wir natürlich auch einen realen Preis aufrufen.

00:28:40: Also es ist halt auch so, das Zeitgeschehen spiegelt das ja wieder.

00:28:44: Wir sind Herausforderungen ausgesetzt und da müssen wir einfach auch gucken, dass wir die auch wirtschaftlich hinkriegen.

00:28:50: Sicher.

00:28:52: Und ich kann das so sprechen, ich werde jetzt auch echt mich bemühen irgendwie zu kochen und das Olivenöl irgendwie so einzusetzen, wie es das verdient hat.

00:29:00: Moritz, kennst du kochen?

00:29:03: Er übt es jetzt auch.

00:29:05: Also ich hätte auf jeden Fall, ich glaube, Olivenöl würde ich mit einem guten Brot und ein bisschen Salz, ich glaube, da würde ich das Olivenöl tatsächlich... So

00:29:15: basic wie möglich.

00:29:15: Erst mal verkosten, ja genau.

00:29:17: Da kommst du, glaube ich, am besten zur Geltung.

00:29:19: Das ist genau der Ansatz.

00:29:20: Weniger als mehr.

00:29:22: Genau.

00:29:23: Da freue ich mich auf jeden Fall schon drauf.

00:29:25: Jesse, ich hätte noch ein, zwei kleine Fragen.

00:29:28: Ich glaube, die wichtigsten Themen haben wir ja alle geschafft.

00:29:31: Aber du hast irgendwie neulich mal gesagt, bei dir ist mein Jogginghose und den Anzug gleichermaßen willkommen.

00:29:39: Wie ist es in der Realität auch so, dass ich das bei dir bunt durchmischt?

00:29:44: Und wie schaffst du das, dass ich bei dir alle willkommen fühle?

00:29:47: Ich glaube, wie gesagt, du musst authentisch sein.

00:29:49: Wenn du nicht zu den Leuten bist, sind sie auch nicht zu dir.

00:29:51: Und das ist auch mein Ansatz.

00:29:53: Also ich freue mich nach all den Jahren über jeden, der kommt.

00:29:56: Also ich sage das immer so, ich bin ja ein totaler Fußballfan.

00:30:00: Da ist es doch auch so die Amine Bielefeld, der sympathischste Club der Welt.

00:30:10: Nein, ich glaube, das haben wir auch mittlerweile die Schwaben gemerkt.

00:30:12: Das war das schönste Finale seit Jahrzehnten.

00:30:16: Nein, aber jetzt zurück.

00:30:19: Ja.

00:30:23: Es ist spannend, ja.

00:30:24: Hast du noch was auf deinem Zettel?

00:30:26: Ich hätte auf jeden Fall noch

00:30:27: was auf

00:30:29: deinem Zettel.

00:30:29: Sehr gut.

00:30:29: Frage.

00:30:30: Ich glaube, wir haben jetzt wirklich über alles, das haben wir ja sogar noch über Fußball gesprochen.

00:30:34: Ja, das war mir auch ganz wichtig, dass das auch hier ankommt.

00:30:36: Ja, genau.

00:30:38: Schnittschnitt.

00:30:40: Ich merk schon, ja.

00:30:41: Genau, also wenn du sonst keine Fragen mehr hast, dann könnten wir eigentlich der jetzt schon unsere Abschlussfrage stellen, weil wir fragen ja zum Schluss immer oder bitten darum, den Satz zu vervollständigen.

00:30:53: Weilheim passt zu mir, weil, was würdest du denn dazu sagen?

00:30:57: Warum passt Weilheim zu dir?

00:30:59: Ich glaube, weil Überschaubarkeit hier kein Mangel ist, sondern Qualitätsmerkmal.

00:31:06: Du

00:31:08: musst mal kurz drüber nachdenken, aber ich hab's jetzt.

00:31:14: Wir können auch noch was anderes machen.

00:31:19: Nicht das Qualitätsthema, das passt.

00:31:20: Also ich nehme da jetzt die Qualität nämlich auf jeden Fall mit.

00:31:23: Ja, das

00:31:24: zieht sich ja durch alles durch.

00:31:26: Also mittlerweile, viele fragen dann ja auch, wir haben ja auch Eingangs drüber gesprochen, was ist Heimat oder wo kommt man her oder so.

00:31:33: Ich sage immer, Heimat ist da, wo man sich an Wurzeln fühlt.

00:31:35: Ich fühle mich hier mega wohl, was soll ich sagen?

00:31:38: Ja, in diesem Sinne.

00:31:40: Vielen Dank, dass du heute da warst.

00:31:41: Ja, sehr

00:31:42: gerne, es war mir ein Fest.

00:31:43: Ja, uns auch.

00:31:43: Es hat sehr viel Spaß gemacht mit dir, war ein tolles Gespräch.

00:31:47: Genau, an euch alle da draußen.

00:31:49: Wenn es euch gefallen hat, hört gerne wieder rein, lasst einen Like da, lasst einen Kommentar da.

00:31:54: Wenn ihr Leute kennt, empfiehlt ihnen doch mal hier rein zu hören.

00:31:58: Und wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt oder mal ein bestimmtes Thema oder ein Gast tun wollt, dann schreibt doch mal eine Mail

00:32:06: an.

00:32:08: Vielen Dank fürs Zuhören.

00:32:09: Bis zum nächsten Mal.

00:32:10: Vielen Dank.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.