Wirtschaft mit Weitblick – Dominik Birkenmaier über Umweltplanung, Streuobstwiesen und Rosenloh

Shownotes

Wie entsteht neues Gewerbe, ohne dass Natur verloren geht? Warum sind Blühbrachen wichtig? Wie läuft eine Umweltprüfung ab? Dominik Birkenmaier von der Planstatt Senner gibt uns einen Einblick in komplexe Planungen, inklusive Artenschutzprüfung, Umweltmonitoring und viel Liebe zum Detail. In Folge 5 von TeckTalk dreht sich alles um das Gewerbegebiet Rosenloh – und wie dort Lebensraum für Feldlerchen, Heuschrecken und Streuobstbäume mit Weitblick gesichert wird.
Gekonnt den Blick in die Ferne schweifen, lassen wie gewohnt die Hosts Daniela Braun und Moritz Keller. Wie immer mit dabei: ein paar „Dinge, die ihr nie googeln würdet – aber unbedingt wissen wollt“.

Transkript anzeigen

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00:00:09: Herzlich willkommen

00:00:10: zu Tech Talk, dem Pass zu mir Podcast aus Weilheim.

00:00:14: Für alle Weilheimerinnen und Weilheimer aber grundsätzlich auch für alle Weilheimen interessierten und Weilheimen neugierigen.

00:00:20: Worum geht es bei Tech Talk?

00:00:21: Es geht um Themen rund um Weilheimen, die wir uns etwas vertieft und differenziert anschauen wollen, die vielleicht auch nicht mit ein oder zwei Sätzen abgehandelt sind.

00:00:29: Dazu haben wir immer ein Gesprächspartnerin oder ein Gesprächspartner zu Gast.

00:00:34: Und in dieser ersten Staffel geht es bei uns primär um die Wirtschaft in Weilheim, die wir gerne ein bisschen mehr in den Fokus stellen und präsentieren wollen.

00:00:41: Und da haben wir heute auch ein ganz interessantes Thema dazu am Start.

00:00:44: Aber erst mal mit mir am Mikrofon ist Daniela Braun, die Leiterin des Hauptamts der Stadt Weilheim und damit die Personen, die hier in allen größeren und kleinen Fragen bescheid war es.

00:00:54: Hallo Daniela.

00:00:55: Hallo Moritz.

00:00:57: Habe ich schon angekündigt, nehmen wir Moritz Keller von unserer Lieblingsagentur der Cavalerie in Tübingen.

00:01:02: Jetzt fragt man sich, warum wir eine Agentur dazu brauchen.

00:01:04: Die brauchen wir, wir brauchen Qualitätsbeauftragten.

00:01:07: Dafür haben wir uns für den Moritz entschieden.

00:01:09: Moritz ist das nur lustig, weil es gehört eben, sondern auch schlau.

00:01:12: Deshalb darf er auf unsere Qualitätsbeauftragter sein.

00:01:15: Und

00:01:15: genau, heute, was fällst du immer, schauen wir uns heute an.

00:01:17: Heute geht es, heute geht es mal wieder um das Gewerbegebiet Rosenloh.

00:01:20: Und zwar mal einen ganz bestimmten Aspekt.

00:01:22: Daniela, worum geht es denn heute?

00:01:24: geht es um den Umwelt- und Naturschutz, aber ich glaube, wir haben hier jemand, der das viel besser erklären kann, wie ich, und somit leidt man auch über zu unserem ersten Gast, Dominik Birkenmeier vom Büroplanstaatssender.

00:01:35: Herr Birkenmeier, stellen Sie sich kurz vor und dann bitten wir ja jeden Gast uns was mitzubringen, der so ein bisschen charakterisiert und ich sehe da schon was.

00:01:43: Was haben Sie uns mitgebracht und wer sind Sie?

00:01:45: Also erstmal mitgebracht habe ich mein Fernglas und wer will ich?

00:01:49: Ich bin ein Teamleiter bei uns in der Landschaftsplanung und eine Umweltplanung, betreue so gesehen alle Projekte, die irgendwo bei uns auftauchen.

00:01:56: Und natürlich ist auch das Rosendo ein Projekt, das bei uns sozusagen der Planestadt Senna aufgetaucht ist.

00:02:01: Und über lange Jahre hinweg, das Projekt zieht sich bei uns in der Planstadt seit zwanzig zwanzig im Prinzip begleitet hat.

00:02:07: Und das über alle Planungsphasen hinweg, von dem allerersten Vorwürfen der ersten Skizze, die der Bürgermeister irgendwann mal erstellt hat, bis hin zum Gedanken, wie können wir es auch tatsächlich in die Praxis umsetzen?

00:02:18: Und was kommt dann schlussendlich damit mit?

00:02:21: Mitgebracht habe ich, wie gesagt, das Fernglas.

00:02:23: Warum das Fernglas?

00:02:25: Das Fernglas ist einfach für mich ein Zeichen dafür, um was es in der Landschaftsplanung geht.

00:02:30: Einerseits geht es um das Beobachten erstmal vor Ort feststellen, was haben wir, was ist da, was ist sozusagen betroffen auch vor Ort.

00:02:38: Gleichzeitig ist es aber auch eine Perspektive im Prinzip, ein Weitblick, ein Blick nach vorne, ein Blick in die Zukunft und signalisiert sozusagen auch das Vorausdenkende.

00:02:47: Es geht ja darum, im Prinzip das, was fort ist und das, was sein soll, so zu denken, dass es auch zukunftsfähig ist.

00:02:53: Und diese Weitsicht, das reflektiert für mich im Prinzip auch dieser Gegenstand einfach.

00:02:57: Also verschiedenste Aspekte und deswegen habe ich mich bewusst fürs Fernblass einfach entschieden in dem Punkt.

00:03:02: Das passt doch ganz gut.

00:03:04: Jetzt am Planstaatssender sagt dem Urschwaben und weil haben wir jetzt erstmal nix.

00:03:09: Jetzt sind Sie ganz weit her gefahren.

00:03:10: Woher kommen Sie denn?

00:03:11: Wo ist das Unternehmen ansässig?

00:03:13: Stellen Sie sich noch ein bisschen das Unternehmen vor.

00:03:15: Warum haben wir uns so weit weg für jemanden entschieden?

00:03:19: Ganz einfach, weil wir die besten sind.

00:03:20: Nein, das wäre nur eblich, das zu behaupten.

00:03:22: Nur das Beste

00:03:23: für Weylheim, nur das Beste für Weylheim.

00:03:25: Nur das Beste für uns.

00:03:26: Genau.

00:03:27: Warum die Planstatt-Sender oder Planstatt-Sender?

00:03:29: Wer sind wir?

00:03:30: Was machen wir?

00:03:31: Wie viele sind wir?

00:03:33: Wir haben unseren Hauptsitz tatsächlich in überlegen.

00:03:35: Deswegen habe ich jetzt auch zweieinhalb Stunden Fahrt hier nach Weylheim hinter mir.

00:03:38: Dank im Prinzip Überlandverkehr.

00:03:41: Es ist aber im Prinzip für uns völlig irrelevant, wo die Projekte tatsächlich liegen, weil wir Projekte in ganz Deutschland und auch auf der ganzen Welt haben.

00:03:49: Im Prinzip, die Projekte reichen von Saudi Arabien über die Ostsee bis hier runter im Prinzip an Bohnensee und direkt vor der Haustür natürlich.

00:03:57: Und natürlich eben hier auch das Projekt Rosendohl in Weihleheim.

00:04:00: Wir sind nicht begrenzt, wir haben insgesamt vier Standorte.

00:04:03: Der erste Standort ist wie gesagt der Hauptsitz in Überlingen, der zweite Standort ist in Stuttgart, der dritte Standort ist München und der vierte Standort, der hier am weitesten entfernt liegt, ist Berlin für uns im Prinzip.

00:04:12: Es gab mal in der Vergangenheit auch Außendienststellen in anderen Ländern tatsächlich, die sind aber aktuell nicht mehr bei uns aktiv.

00:04:20: Das hat einfach den Grund, wenn man sich irgendwann auch konzentriert hat und einfach dann auch Projekte, die vielleicht groß waren und die bedingt haben, dass man vor Ort eine Niederlassung hatte, auch dann wieder zum Teil auch einfach abgeschlossen waren und dann eben man sich wieder neu orientiert hat.

00:04:33: Aktuell haben wir insgesamt knapp hundert Mitarbeiter in der Planestadsenner mit verschiedensten Ausrichtungen von der Objekt- und Freiraumplanung.

00:04:41: Da geht es dann konkret um kleinere Geschichten wie, ich nehme mal einen Spielplatz her, so ein Piratenschiff von Spielplatz, zum Beispiel in der Objektplanung.

00:04:50: oder eine EU-Vormau irgendwo am Bodensee, die gestaltet werden muss neu bis hin zu ganz großen Freiraumplanungen, wo es darum geht, große Parks, Anlagen, Landesgartenschauen auch zu entwickeln und weiter dann aber auch in konkrete Planungen, die eben baurelevant sind oder baurechtlich relevant sind vor allem und da kommen dann eben Bebauungspläne mit dem Spiel.

00:05:11: Rosenloh ist für uns im Prinzip ein Großprojekt mit einem Bebauungsplan am Ende, der dann einen Prinzip in Zwecken verfolgt und von daher haben wir eine unglaubliche Spannung.

00:05:19: Seite an Projekten.

00:05:20: Und das ist die Planstatt-Sender.

00:05:22: Wir haben nichts, was wir im Prinzip von Grundaufsagen ausschließen.

00:05:25: Das ist nicht unsere Welt, sondern wir sind offen für vieles und offen für Neues.

00:05:29: und mit unseren Ideen und vielen jungen Geistern und Köpfen und vielen alt eingesessenen Geistern und Köpfen haben wir ein unglaubliches neue Hau und blicken auf thirty-five Jahre praktische Erfahrung zurück in diesem Unternehmen.

00:05:38: Das war auf jeden Fall super spannend.

00:05:43: Ich weiß, es führt es ein bisschen weg, aber mich würde es persönlich sehr interessieren.

00:05:46: Sie haben gerade gesagt, Saudi-Arabien, was machen Sie in Saudi-Arabien für ein Projekt, dürfen Sie da drüber sprechen?

00:05:51: Man darf natürlich drüber sprechen.

00:05:52: In Saudi-Arabien gibt es Gebirge und in Gebirgen gibt es die Idee natürlich auch, ein Skiresaw irgendwann zu etablieren.

00:05:58: Und da geht es tatsächlich um einen riesen Skiresaw, wo dann von der Planie von Pisten bis hin zu Gebäuden, mit Hotelerie etc.

00:06:05: alles mit dabei ist.

00:06:06: Und das sind natürlich zum Teil der Maßstabsprojekte.

00:06:09: Da ist Rosenloh klein dagegen im Verhältnis.

00:06:12: Es gibt aber auch andere Projekte, die sind dann eben sehr winzig.

00:06:15: Da sind wir dann im Prinzip dabei, in eine Dachgaube irgendwo in ein Haus vielleicht einzubauen und ein Anführungszeichen.

00:06:21: Da geht es dann nur noch tatsächlich um artenschutzrechtliche Fragen.

00:06:24: Von daher keine Grenzen, keine Limits, Offenheit für alles.

00:06:27: Das ist auch nur...

00:06:29: Was wäre für Sie persönlich das spannendste Projekt, an dem Sie bisher gearbeitet haben?

00:06:33: Das spannendste Projekt ist immer eine sehr gute Frage.

00:06:36: Ich glaube, man könnte natürlich Rosenloh nennen.

00:06:41: Ich selber hatte jetzt wenig Berührungspunkte mit Rosenloh.

00:06:43: Für mich war es tatsächlich ein Projekt in der Ostsee, weil es da um Sonderlebensraum geht.

00:06:48: Da geht es um künstliche Riffe.

00:06:49: Und das ist einfach was, was man, glaube ich, wants in a lifetime hat.

00:06:52: Das gibt es nicht für offizielle Projekte und dementsprechend ist es was sehr Besonderes.

00:06:56: Aber natürlich ist sowas wie Rosenloh einfach... weil es diesen wirtschaftlichen Aspekt im Hintergrund hat, der sehr modern, sehr fortschrittlich ist, ein Projekt, das hochgradig interessant ist und das zu begleiten und das von der Grundidee bis zur Umsetzung dann auch zu sehen schlussendlich, das ist auch immens.

00:07:13: Und ich glaube alle, die in den Projekten dabei waren, die wissen heute noch begeistert und sagen, ja, das hat uns geprägt und dieses Projekt nehmen wir auf jeden Fall Mitte.

00:07:21: Genau, ich versuche mal einen Einstieg, weil das ja bei so einem Bebauungsplanverfahren, da schält jetzt jeder Zweite ab.

00:07:27: Um das zu verhindern, also bleiben Sie auf jeden Fall drin.

00:07:30: Um das zu verhindern, ist es so.

00:07:34: So ein Bebauungsplanverfahren, das hat ja viele verschiedene Aspekte.

00:07:38: Und Herr Brunnenmaier und sein Team, die haben ja jetzt konkret welchen Auftrag erhalten.

00:07:42: Da geht es um den Natur- und Umwelttutz.

00:07:44: Aber für unsere Hörer, was haben Sie da genau gemacht?

00:07:47: Was war Ihr Auftrag bei so einem Bebauungsplanverfahren?

00:07:51: Im Bebauungsplanverfahren geht es darum, schlussendlich ein Baurechtsfähigen Bebauungsplan aufzustellen, der dann rechtlich vor Gericht standhalten kann, wenn geklagt werden würde.

00:08:01: Aber natürlich vor allem hat der Bebauungsplan das Ziel und das Zweck, das Baurecht herzustellen, sodass ich im Prinzip eine Erschließung machen kann.

00:08:07: Weil in der freien Landschaft kann ich nicht einfach bauen.

00:08:09: Es können vielleicht Landwirte, die privilegiert sind im Außenbereich, aber im Gewerbegebiet kann ich nicht einfach so in der freien Landschaft bauen und planen.

00:08:16: Und das muss alles mit uns die passen.

00:08:17: Und bei solchen Projekten ist es eben relevant.

00:08:20: dass es baurechtlich und planungsrechtlich vor allem stimmig ist und dass es im Prinzip auch zur Regionalplanung zum Beispiel passt.

00:08:26: Also es sind schon, bevor es überhaupt losgeht, Aspekte zu berücksichtigen, die rechtlich geregelt sind.

00:08:32: Das sind zum Beispiel Vorgaben aus der Landesplanung, wo es im Prinzip darum geht, wo liegen Zentren, wo müssen sich auch Entwicklungen ergeben im Prinzip.

00:08:41: bis hin zur Regionalplanung erst mal vom Regionalverband dann, der dann konkret festlegt, okay, wir wollen hier einen Schwerpunkt Gewerbe setzen in der Region und da vielleicht noch einen Schwerpunkt Wohnbau, wo also schon auf einer sehr hohen Maßstabsebene was geregelt ist.

00:08:54: und dann kommt darunter der Flächennutzungsplan.

00:08:57: Und der Flächen-Nutzungsplan wird häufig mit den Bebauungsplänen mitentwickelt, weil häufig ist es so, dass die Flächen-Nutzungspläne einfach ein gewisses Alter haben und dann einen alten Stand haben und nicht mehr.

00:09:07: dementsprechend, was sich heute ansprüchen, habe, zwanzig Jahre oder fünfundzwanzig Jahre, nachdem sie vielleicht aufgestellt sind.

00:09:12: Und im Prinzip all diese Vorgaben, die auf anderen Ebenen ausgearbeitet werden, die müssen schon beim Einstieg in das Projekt mit berücksichtigt werden.

00:09:18: Das ist der Start.

00:09:20: Und auf diese Grundlage geht es dann von uns los.

00:09:22: Und wie fängt das Ganze dann bei uns im Prinzip in meiner Abteilung an, in der Umwelt- und Landschaftsplanung?

00:09:26: Und wo kommt dann der Aspekt Umwelt- und Landschaftsplanung überhaupt rein?

00:09:29: Das ist natürlich das Naturschutzrecht als Grundlage.

00:09:32: Und das Naturschutzrecht sagt ganz klar, dass eines jetzt Arten zu berücksichtigen sind.

00:09:37: aber auch Biotopeschutzgebiete, Schutzgebietskulissen.

00:09:41: Und da zählen viele, viele Sachen dabei.

00:09:42: Und im Prinzip geht es los mit einer Art Vorprüfung.

00:09:44: Das ist so eine genannte Relevanzprüfung einfach, wo man breitflächig schaut, okay, was ist denn da überhaupt, wo man auch mal eine erste Begehung macht, noch ohne konkrete Kartierung schon spezielle Arten zu suchen, sondern einfach mal das Gebiet abgeht und guckt, was sehe ich denn auf den ersten Anhieb, was erwarte ich vielleicht?

00:10:00: Habe ich Strukturen wie eine Hecke, habe ich vielleicht irgendwo eine Streuobstwiese, habe ich vielleicht irgendwo ein Zauneilechsen-Habitat, ist vielleicht eine Bahnlinie an Grenzen, wo die super sich wohlfühlen.

00:10:11: Lauter solcher Aspekte, die man in dieser Vorprüfung im Prinzip mal anschaut und dann einfach ein Bericht mal macht.

00:10:18: Mit diesem Bericht geht es dann schlussendlich meistens in den vorbereiten Sitzungstermin rein.

00:10:23: Da geht man dann zu unsere Naturschutzbehörde meistens, nimmt aber auch andere Fachbehörden mit den Bohnenschützen, z.B.

00:10:28: die Unterwasserbehörde, die Baurechtsbehörde natürlich insbesondere auch.

00:10:31: Da ist dann oft auch der Bürgermeister mit dabei, vielleicht auch schon erste Vertreter von BUND, NABU, Ortsgruppen, die vielleicht auch eine Planung in den weiteren Phasen relevant sind.

00:10:40: Und je nachdem im Prinzip geht es darum, dann einfach alle frühzeitig mitzunehmen in dieses Projekt hinein und sich frühzeitig auch den Input zu holen, weil wir aus überlegen, wir wissen nicht unbedingt, was hier ein Weilheim los ist, aber die Leute, die hier aus Weilheim sind.

00:10:53: und aus der Region sind, die wir wissen, was hier Sachlage ist.

00:10:56: Und die können uns am Anfang natürlich sehr viel helfen und im Prinzip uns den Start erleichtern des Projekts.

00:11:00: Und so kann man sehr früh vielleicht auch schon angehende Konflikte identifizieren, die uns dann die weitere Planung begleiten.

00:11:07: Genau.

00:11:07: Das ist so der Start mit dieser Relevanzprüfung und dem sogenannten Scoping-Termin dann in der Regel.

00:11:15: Haben wir es richtig bestanden.

00:11:16: Bevor da viel andere Unternehmen bauen, da gibt es ja dann versiegelte Flächen.

00:11:22: Und das ist ja dann einschränkend für Natur, Mensch, Umwelt, Tierchen.

00:11:27: Und sie prüfen quasi, ob eine Bebauung auf der Fläche stattfinden kann, beziehungsweise ob es da besonders schützenswerte Arten gibt.

00:11:35: Und dazu erstellen sie ja gut an.

00:11:37: Die haben Hunderte an Zeiten, haben sich da also richtig Mühe gemacht.

00:11:41: Also der erste Step ist schon mal zu gucken, versiegelte Flächen, Ackerboden, der verschwindet, vielleicht Bäume, die gefällt werden.

00:11:48: Ist es dort verträglich oder gibt es aus dem Naturschutzrecht raus tatsächlich so große Einschränkungen, dass eine Bebauung nicht möglich ist?

00:11:55: Jetzt können wir das Ergebnis ja bei Rosenlocher vorwegnehmen.

00:11:58: Sie haben da ihren Haken mit Einschränkungen dran gemacht.

00:12:01: Haben wir das so richtig verstanden?

00:12:03: Vollkommen korrekt.

00:12:04: Also im Prinzip gibt es an dieser Darstellung nichts auszusetzen.

00:12:07: Was würde ich jetzt mal behaupten?

00:12:09: Es macht einfach im Prinzip Sinn, in dieser Vorprüfung mal abzugtaschen, okay, ist es wirklich Entwicklungsfähig?

00:12:15: Weil es ist ja auch ein Risiko, von der Gemeinde Geld zu investieren, in weitergehende Untersuchungen, in weitergehende Gutachten, Entwicklung, Planungsphasen.

00:12:21: Und wenn sich am Ende dann das Projekt herausstellt, das Projekt ist nicht rentabel bzw.

00:12:25: ist nicht wirtschaftlich, wer es nicht umsetzbar ist in vielen Aspekten.

00:12:28: Dann steht die Gemeinde am Ende vor einem riesigen Schuldenberg, hat keine Einnahmen, hat kein Gewerbegebiet und steht im Prinzip vor einem Nix und hat vielleicht noch die Problematik, dass dann die Finanzen im Haushalt klamm werden.

00:12:38: Es ist ja heute so ein Thema bei den Gemeinden, dass das Geld nicht gerade üppig sitzt in der heutigen Zeit.

00:12:46: Und insofern ist es sehr wichtig, dass man eben frühzeitig mal eine Vorprüfung macht und zu gucken, okay, Gibt es denn jetzt schon erkennbar irgendwelche Widerstände, die sagen, nee, geht gar nicht, zum Beispiel im Naturschutzgebiet oder einen FFH-Gebiet, wo man mitten in der Kernzone drin sind?

00:12:59: Genau, das wollte ich gerne machen.

00:13:00: Ich wollte gerne einen kurzen Funfact reinschmeißen, und zwar aus meiner Kategorie Dinge, die ihr nie googlen würdet, aber unbedingt wissen wollt.

00:13:05: Da bringe ich immer kleine Schmankerl, die ich bei der Vorbereitung der Folge, beim Googlen gefunden habe.

00:13:13: Ich habe gefunden, ein neues Gewerbegebiet braucht fast so viel Umweltdoku wie ein Nationalpark.

00:13:18: Je nach Größe mehrere Hundertzeiten mit Flora Fauna, Booten und Wasseranalysen.

00:13:24: Unterschreib ich.

00:13:25: Unterschreiben Sie?

00:13:26: Ja, das ist ja unfassbar, was man da schon immer wieder findet.

00:13:30: Kommt aber tatsächlich sehr stark aus Gebiet drauf an.

00:13:31: Also es gibt Projekte, die sind sehr einfach, weil sie im Prinzip wenig Konflikte haben.

00:13:36: Da geht es dann mit, ich sag mal, vielleicht hundert Seiten, hundertzwanzig Seiten, in zwei, drei Dokumenten tatsächlich, relativ schnell.

00:13:42: Und dann gibt es eben auch die Projekte, wo es dann wirklich riesige Gutachten braucht, der wirklich... Hohe Schutzgebietskulissen betroffen sind, Naturschutzgebiete, FFH-Gebiete, das, was ich vorhin genannt habe, FFH-Gebiet, Flora Fauna Habitat, also für Vegetation und Arten, spezielles Schutzgebiet.

00:13:58: Dann gibt es noch die Vogelschutzgebiete, die auch zu einer Natura- Und wenn die betroffen sind, direkt oder indirekt, weil sie im Prinzip direkt ankehren sind, dann werden die Gutachten natürlich ausführlicher.

00:14:08: Weil dann muss ich genau diese Arten, die ich vielleicht in einer anderen Region nicht habe, prüfen.

00:14:13: Und das fängt an mit einer Vorprüfe und geht dann hin wirklich bis zur Kartierung und bis zur auch Darstellung und auch gedanklichen Entwicklung.

00:14:20: Welche Konsequenzen hat denn diese Erschließung, diese Neuversiegelung?

00:14:24: Vielleicht auch die Entwässerung, was viele auch gar nicht bedenken.

00:14:27: Ein Gebiet, wo es ja auch, wenn es erschlossen wird, entwässert.

00:14:29: Wohin läuft das Wasser?

00:14:30: Das läuft ja auch in die Umgebung oder wird abgeleitet.

00:14:33: Welche Konsequenzen hat das?

00:14:34: Und das kann Dimensionen annehmen, die unwirklich sind.

00:14:37: Und das ist eben genau der Punkt.

00:14:39: Wenn es zuausführlich wird, dann wird es unwirtschaftlich.

00:14:41: Und deswegen muss man das eben frühzeitig auch mal abprüfen.

00:14:44: Und deswegen, da wir der Kreischlussquasi zur Relevanzprüfung, das ist der Start, da geht es vor uns los.

00:14:49: Haben wir schon gesagt, was eine Kartierung genau ist?

00:14:51: Könnten Sie das für euch nochmal ganz kurz?

00:14:53: Ganz kurz erklären.

00:14:54: Genau.

00:14:55: Was ist eine Kratium?

00:14:56: Im Prinzip... geht ein Fachekologe eigentlich raus und schaut sich im Prinzip an, was ich vor Ort habe an Arten.

00:15:03: Also habe ich zum Beispiel Vögel im Schutzgebiet, die ich kartieren muss, dann schicke ich den Ornithologen raus, der dabei wandert ist und der im Prinzip dann das Gebiet abgeht und vielleicht Vögel oder Arten entdeckt, die dem Laien vielleicht vor Morgen bleiben.

00:15:16: Die Feldlachen sind oft sehr heimlich zum Beispiel, singen nur während der Brutzeit, wenn sie im Prinzip balzen, sind aber das ganze üblich, restliche ja auch auf der Fläche, verhalten sich aber vollkommen still und sind nur im Prinzip kurz fliegend mal zu... beobachten, aber ansonsten entziehen sich die Erkenntnis.

00:15:29: Und die waren zum Beispiel beim Rosenlohr-Projekt auch ein Thema.

00:15:32: Und das hat dann zum Beispiel Konsequenzen, die dann im weiteren Planen zu besetigen sind.

00:15:36: Wie muss man sich das vorstellen?

00:15:37: Jetzt haben Sie ja das Vorklass mit dabei.

00:15:39: Liegt man dahin irgendwie?

00:15:40: Das sind ja so die Ranges, stelle ich mir jetzt so vor, die da in ihren Townfarben.

00:15:45: Und in einem gut ausgerüsterten, sich da wirklich hinlegen und durch das Grasroppen, wie funktioniert was so was?

00:15:53: Also wie funktioniert ein Zählen?

00:15:55: Man kriegt ja vom Nabber manchmal so die Vogelzählstunde, dass man bemüht, im Garten auch die Vögelchen zu zählen.

00:16:01: Wie geht so was in so einem großen Gebiet?

00:16:02: Legen Sie sich da echt auf die Laue?

00:16:05: Es kommt auch das Gebiet darauf an, auf die Zierarten nicht tatsächlich.

00:16:07: Aber also ja, es gibt Leute, die, oder Lokatierer, die dann im Prinzip an Ortenstelle stundenlang verharren.

00:16:13: Zum Beispiel insbesondere dann, wenn das Gelände nicht zu wegbar ist.

00:16:16: Also wenn man nicht ins Gelände reinlaufen kann, wenn es zu nass, zu feucht, zu sonstwas ist, dann... Blickmann oder Überblickmann im Gebiet von einer höheren Sitzfahrt aus im Prinzip und beobachtet einfach mal, was so aus der Fläche herauskommt.

00:16:28: In der Regel sind das dann aber naturschutzfachliche Kartierungen, die haben nichts mit einem Wörungsplan zu tun.

00:16:32: In einem Bebauungsplan, so wie jetzt hier, wo wir im Prinzip eine weite Offenlandschaft haben, die akkabaulich geprägt ist, vor allem aber auch mit Baumschulkulturen im Prinzip und Streuobstwiesen, da muss ich durch das Gebiet konkret durchlaufen, weil ich gerade diese Arten wie die Feldlache Die fliegen nicht den ganzen Tag.

00:16:49: Die singen morgens in den Frühstunden, das heißt, der Kartier ist oft auch morgens zwischen vier und sieben Uhr unterwegs, bevor überhaupt noch irgendjemand schon zur Arbeit geht.

00:16:57: Das wäre auch noch

00:16:59: in meiner Fanfäckliste gestanden tatsächlich.

00:17:02: Brutzvogelzählung heißt auch früh aufstehen.

00:17:04: Viele Arten lassen sich nur in den frühen Morgenstunden sicher identifizieren.

00:17:07: Spätestens um fünf Uhr muss man draußen sein.

00:17:09: Genau, also das trifft jetzt auf die Vögel zum Beispiel zu.

00:17:11: Es gibt aber auch andere Arten, da muss ich in der Nacht unterwegs sein.

00:17:14: Zum Beispiel Fledermäuse.

00:17:15: Die kann ich nur nachkartieren, diesen Tagsüber nicht zu sehen.

00:17:18: Da hab ich keine Chance.

00:17:19: Umgekehrt, wenn ich die Zaunerideksten z.B.

00:17:21: beobachte, die brauchen Wärme.

00:17:23: Das heißt, die sind früh morgens, in den ersten Sonnenstunden noch nicht da.

00:17:25: Die kommen erst, wenn's wärmer wird, wenn die Körpertemperatur hochwertend, die agiler werden.

00:17:30: Deswegen hab ich nicht die Möglichkeit, bei einer Kartierung, wenn ich nur drei Stunden vor Ort bin, alle Arten abzudecken.

00:17:35: Sondern ich muss spezifisch mir das einteilen und sagen, okay, wenn ich Fledermäuse in Vögel kartieren muss, muss ich früh morgens da sein.

00:17:43: Und genauso gut, aber auch in der Nacht unterwegs.

00:17:45: Im besten Fall abends in der Dämmerung oder morgens in der Dämmerung, aber eher abends, weil da eben mehr los ist.

00:17:49: Weil im Prinzip, warum fliegen die Fledermäuse abends aus?

00:17:51: Sie haben Stichenergreifen, Hunger und Jagen dann.

00:17:54: Und da kann man sie am besten einfach beobachten und kartieren.

00:17:57: Jetzt steht ja in dem Bericht, das ist ja beeindruckend.

00:18:00: Sie haben dort ein Fünfzig Vogelarten gefunden, mindestens fünf Fledermausarten und den Grasfrosch.

00:18:08: Und den Grasfrosch.

00:18:09: Und den Grasfrosch.

00:18:11: Genau.

00:18:11: Also, das ist... ist eine unglaubliche Diversität, die man jetzt hier annehmen könnte.

00:18:16: Das ist aber tatsächlich jetzt ein Gebiet, wo erwartbar war, dass diese Arten vorkommen.

00:18:21: Es war jetzt nichts, was uns überrascht hätte in dem Punkt tatsächlich.

00:18:25: Vielleicht der Grasfrosch am ersten noch in dieser Kulturlandschaft.

00:18:28: Aber wir haben im Prinzip aufgrund der Siedlungskörper, wir haben Wohnbibauung angrenzend, wir haben auch Bäume in der Nähe, die vielleicht auch Aushöhlung haben.

00:18:37: Das sind Fledermäuse einfach erwartbar, weil die haben da ihre Tagesquartiere, zum Beispiel eine angrenzenden Wohnbibauung irgendwo an den Fenster lehnen oder eine Nische unter irgendwo einem Dach drin, in einem Dachstuhl irgendwo in der Gaupe oder sonst irgendwo.

00:18:48: Die haben die kleinsten Nischen.

00:18:49: Und manchmal sind die dann eben zu Hunderten da in diesen Revieren.

00:18:53: Und die fliegen natürlich irgendwann aus.

00:18:54: Und wo jagen die?

00:18:55: Die jagen nicht in der Stadt, wo es keine Insekten gibt, sondern die jagen dort, wo es die Insekten gibt.

00:18:58: Das heißt in der freien Landschaft.

00:18:59: Und die nutzen dabei im Prinzip Wanderkorridor zum Beispiel entlang von Wohnbebauung.

00:19:05: Wenn gerade zum Beispiel so eine randliche Allee irgendwo ist, dann wird die häufig sehr intensiv genutzt, von denen wäre einfach da das als Leitstruktur für die zum Beispiel dient.

00:19:12: Bei den Vögeln wiederum ist es im Prinzip die Feldlache, die immer wieder gerade in diesen offenen Strukturen.

00:19:17: offenen Strukturen sehr relevant ist, weil die eben diese offenen Struktur auch braucht.

00:19:22: Die kann zum Beispiel nicht am Wohnhaus fünfzig Meter entfernt irgendwo in das Platz haben, weil die meidet im Prinzip hohe Strukturen.

00:19:28: Also die meidet Bäume, die meidet aber auch im Prinzip jedes Wohnhaus, jedes neue Gebäude, das da errichtet wird.

00:19:33: Und dadurch ist natürlich der Effekt auf diese Arten, besonders auf die Feldlache so.

00:19:38: dass ich die nicht nur im Gebiet selber durch die Versiegelung verdränge und ihren Wohnraum entziehe, sondern darüber hinaus eine Wirkung erzeuge, die in die Fläche außerhalb des Bebauungsplans im Prinzip auch noch wirkt.

00:19:48: Und das ist eine Sekundärwirkung, die genauso mitbetrachtet werden muss.

00:19:51: Es geht nicht nur in den Eingriff im Gebiet selber.

00:19:53: sondern eben auch im Gesamtkontext betrachtend, was kann da betroffen sein, sonst noch drum herum.

00:19:59: Und es kann in dümmsten Fall dazu führen, dass sich bei einer Planung ein Schutzdriby z.B.

00:20:02: berücksichtigen muss, dass vielleicht ein Kilometer, anderthalb Kilometer entfernt ist, wo man eigentlich denkt, wie kann da ein Zusammenhang bestehen?

00:20:09: Aber genau diese Arten benötigen vielleicht diese Randstrukturen, um Nahrung zu suchen.

00:20:13: Und wenn die Nahrung fehlt, dann fehlt der Bruderfolg.

00:20:15: Wenn der Bruderfolg fehlt, bricht die Population ein.

00:20:17: Wenn die Population zusammenbricht, ist das Schutzgebiet entwertet.

00:20:20: Das ist im Prinzip der Supergau für Umwelt und Natur.

00:20:22: Und das gilt es im Prinzip zu vermeiden.

00:20:24: Und da braucht es dann einfach die Fachexperten, die aus ihrer Erfahrung heraus im Prinzip dann beurteilen.

00:20:30: Weiche Konsequenzen hat so eine Planung oder diese Plan-ID, die ich ursprünglich hatte.

00:20:34: Und das eben über verschiedene Stadien hinweg mit verschiedenen Anhörungsrunden oder Behördenbeteiligungen, um das Ganze auch mit den Behörden mitzuentwickeln und auch zu gucken, geht die Unternaturschutzbehörde, die schlussendlich auch zustimmen muss, geht die da zum Beispiel mit, sagt die, okay, das Konzept, das wir entwickelt haben, um Vermeidungs-, Minimierungsmaßnahmen oder Ausgleichsmaßnahmen zu konzipieren oder sogenannte CF-Maßnahmen.

00:20:58: passt das.

00:20:59: Geht es in die richtige Richtung, kann es funktionieren.

00:21:02: Und da braucht es wirklich dieses Know-how.

00:21:04: und dieses Know-how hat man nur im Prinzip, wenn man lange Jahre Erfahrung hat.

00:21:07: Also jemand, der frisch aus dem Studium kommt, der noch keine berufliche Erfahrung hat, der kann zwar kartieren vielleicht, der stellt die Arten fest, aber er hat keine Ahnung, wie gleich ich das jetzt aus.

00:21:16: Und funktioniert das, was ich mir da überlege.

00:21:18: Jetzt

00:21:18: müssen wir die Hörer schon mitnehmen.

00:21:19: zum Thema Ausgleich.

00:21:20: Wir haben es festgestellt, dass sie unterwegs waren, sie ganz viele verschiedene Populationen von Vögel, Flädermäusen, Unfall, allem den Grasvorständen, die ich jetzt schon ein bisschen lieb geworden habe.

00:21:30: Das haben sie gefunden.

00:21:31: Warum ist das wichtig?

00:21:32: Sie haben es gerade erklärt, warum man auch so ein bisschen weiter das Auge fassen muss.

00:21:36: Sie haben im Vorgespräch gesagt, na, hören Sie mal, Frau Braun, wenn es keine Vögel mehr gibt, die Insekten fressen, dann haben Sie eine Insektenplage auf dem Balkon und mit der Insektenplage haben Sie dann vielleicht auch irgendwann mal keine Ostreubbäume mehr, weil die werden nicht mehr bestäubt.

00:21:51: Jetzt sind ja die Menschen hier und vielleicht auch in der großen Umgebung so ein bisschen sensibel geworden, wenn es darum geht, wo findet meine Zauneidechse?

00:21:59: Das wird ja heiß diskutiert.

00:22:01: Keiner möchte mal eine Zauneidechse haben.

00:22:03: Warum ist es trotzdem wichtig?

00:22:05: Sie haben es erklärt, weil das Mensch Natur und Umwelt irgendwann da nicht mehr gut geht.

00:22:10: Und dementsprechend gibt es aber Möglichkeiten, wo sie ja unterstützend Dann gewirkt haben und gesagt haben, naja gut, die gibt es dort dann nicht mehr, weil Ackerboden versiegelt wird, weil es die Flähe nicht mehr gibt,

00:22:21: aber

00:22:22: sie haben die CEF-Maßnahmen bereits angesprochen.

00:22:24: Es gibt sogenannte Kompensationsmaßnahmen.

00:22:27: Man versucht dort, erklären sie aber gerade, nachher kurz durch Umsiedeln, durch Neupflanzen oder oder oder, die Dinge, die es dann dort nicht mehr gibt, dann muss man also ehrlich sagen, die gibt es dann nicht mehr.

00:22:40: umzusiedeln oder andere Dinge zu tun.

00:22:42: Was ist da im Gewerbegebiet rausgekommen?

00:22:45: Die Vögel gibt es und die Arten gibt es.

00:22:47: Sie versuchen, andere Dinge zu tun, bzw.

00:22:50: einen Rat zu geben, andere Dinge anzuleiern.

00:22:53: Oder haben wir es

00:22:54: falsch verstanden?

00:22:56: Andere

00:22:56: Räume

00:22:57: zu geben.

00:22:57: Danke, Moritz.

00:22:58: Das ist das richtige Schlagwort.

00:22:59: Andere Räume geben tatsächlich.

00:23:01: Das ist ein wichtiger Punkt in der Übersetzung, die Kartierung.

00:23:07: Wie kann ich die Planung so gestalten, dass sie genehmigungsfähig wird?

00:23:11: Und dann geht es eben in diese Kompensationsmaßnahmen ran und die können sehr unterschiedlich sein.

00:23:15: Bei der Feldlache zum Beispiel ist es ganz wichtig, dass die eben offenen Landstrukturen vorfindet, die... wiederum nicht so intensiv bewirtschaftet sind, dass sie keinen Bruderfolg mehr haben kann, weil wenn dann im Prinzip der Bauer da in der Brutzeit drei, vier mal drüber fährt, dann ist das Gelege kaputt und dann ist die Feldlache nach fünf, sechs Jahren vielleicht auch abgängig, weil sie vielleicht vom Turmfalken geschlagen worden ist und dann kein Nachwuchs mehr da ist, dann fehlt die Art irgendwann in der Fläche.

00:23:36: Und dann vielleicht auch in der angrenzenden Feldflur.

00:23:38: Was kann ich dann zum Beispiel machen?

00:23:40: Das sind Populationsstützen im Maßnahmen.

00:23:42: Das heißt, ich leg zum Beispiel für die Feldlache Bundbrachen an.

00:23:46: die von der Feldlache einerseits genutzt werden als Nahrungshabitat, weil in den Bundbrachen sehr viele Insekten dann vorkommen, aber auch Körner etc.

00:23:53: vorfindenbar sind für andere Arten, z.B.

00:23:55: die Goldammer, die auch in dem Plangebiet beim Rosenloh vorkamen.

00:23:58: So,

00:23:58: ich darf ganz kurz fragen, was ist ein Bundbrachenland, nur dass ich es...

00:24:02: Wenn man im Prinzip einen Acker bestellt mit einer Frucht, die nicht wirtschaftlich genutzt ist, im Prinzip Brach liegen lässt.

00:24:09: Also dieses Wort Brache steckt da drin, es kommen ja aus der früheren drei Felderwirtschaft heraus.

00:24:13: Früher hat man die Felder nicht so... gedeugt, wie man es heute tut.

00:24:16: Heute kann man den Acker im Prinzip ganzjährig bestellen und ganzjährig nutzen.

00:24:21: Dadurch gibt es diese Brachen nicht mehr.

00:24:24: Und diese Brachen dienen dazu, den Tieren als Rückzugsraum zu fungieren.

00:24:28: Weil in Prinzip eine Fläche, die aus der Bewirtschaftung rausgeht, wird nicht befahren.

00:24:32: Und dann kann im Prinzip das, was da kräucht und fleucht auch überleben.

00:24:35: Weil wenn was abgemäht wird, dann ... Die Hauschrecke wird sich nicht wohlfühlen in einem abgemähnten, frisch kürzere Rasen, wo der Rasenmeerreporter drüber gefahren ist.

00:24:43: Die braucht diese Strukturen, wo sie dann im Prinzip ihre Eier ablegen kann und wo sie vielleicht auch mal eine Lücke irgendwo in dem Gestrüpp auftut, wo dann vielleicht so eine kleine Kies-Sandinsel irgendwo ist, wo man was reinlegen kann.

00:24:56: Und deswegen, um den Schlagwort auch Zauneidexe nochmal aufzugreifen, wir hatten auch das Thema bei der Zauneidexe tatsächlich ... Wo lebt die denn?

00:25:04: Die lebt nicht auf dem Acker, der intensiv bewirtschaftet ist, sondern die lebt in den Randstrukturen, im Prinzip in diesen grünen Streifen, in den Angrenzen.

00:25:10: Da fühlt die sich wohl, da ist sie relativ ungestört und vielleicht auch noch durch die Vegetation ein bisschen geschützt vor dem Turmfalken, der sonst schon im Prinzip erlegt.

00:25:18: Und im Prinzip, diese Randstrukturen sitzen oft in der heutigen Agrarlandschaft.

00:25:22: die hochwertigen, relevanten Strukturen.

00:25:24: Das heißt, der Karthierer, der geht gar nicht so sehr in die Ackerfläche rein.

00:25:26: Wer weiß erfahrungsgemäß außer Feldler selber, kommt da wahrscheinlich wenig vor.

00:25:31: Aber diese Randstrukturen, Da kann eine Zauldendechse vorkommen, da kann sich auch ein Grasforschwur fühlen, da kann auch eine Erdgröde vorkommen, da kann die Heuschrecken, die Tagfalter, da können zig verschiedene Artengruppen vorkommen, die im Prinzip Planungsrelevant sein können.

00:25:43: Nicht müssen, aber können.

00:25:45: Es gibt natürlich auch aller Weltsarten, die muss man nicht ausgleichen an Führungszeichen oder beziehungsweise, wenn man jetzt eine Amsel im Plan feststellen will, dann würde man der Amsel natürlich, wenn sie den Nistplatz dort hat, einen neuen Nistplatz anbieten und einen Niskasten raufhängen.

00:25:56: Aber damit wäre es dann auch erledigt.

00:25:58: Die braucht keine stützenden Maßnahmen, die ist in einer Populationsdichte vorhanden, die ist... Da muss man nicht einen großen Ausgleich konzipieren.

00:26:06: Ganz konkret bedeutet es, dass das auf so einem Industriegelände, auf so einem Gewerbegebiet, dann eben auch solche Elemente entstehen, also mit eingeplant werden ist, Plätze oder Grünstreib oder Blühwiesen oder was genau.

00:26:21: Also das kommt drauf an natürlich auf das Plangebiet.

00:26:24: Hier im Rosenloh ist es natürlich aufgrund des Gewerbestandorts, die sehr großflächige Strukturen auch brauchen, die von großen Lagerhallen, großen Anfahrtswegen, da ist viel Versiegelung da.

00:26:33: Das heißt, ich habe im Gebiet selber wenig Möglichkeiten, um alles zu kommen.

00:26:37: und die Feldlache kommt damit schon gar nicht klar.

00:26:40: Für die muss ich in der Umgebung auch Ausgleich schaffen.

00:26:45: Für die Feldlache sind die Ausgleichsflächen nicht im Plangebiet, sondern die liegenden außerhalb.

00:26:50: Genauso für die anderen Vogelarten, die Hecken brauchen.

00:26:52: In einem Gewerbegebiet habe ich relativ wenige, vielleicht eine schmale Grundstücksmauer, wo eine Hecke wächst oder eine Grundstücksgrenze, Ruderalflächentechnisches ist, wo ein paar Gräser vielleicht aufkommen können.

00:27:06: Aber für diese Arten, die im Prinzip auf das Offenland angewiesen sind oder auf diesen grünen Strukturen, die müssen dann irgendwo anders ihren Platz finden.

00:27:13: Und da muss man dann wirklich gucken und das ist der Schritt, wo es dann kompliziert wird auch für die Gemeinde.

00:27:19: Ich möchte alles in dem Plangebiet abwickeln.

00:27:21: Als Gemeinde habe ich nicht auf dem Schirm, dass ich noch andere Flächen benötige, die für die Planung genauso wichtig sind.

00:27:26: Ohne die geht es auch nicht.

00:27:29: Im Rosenloh ist es so, dass in Ausgleichsflächen Angrenzen auf den Flächen gesucht wurden, für die Feldlache zum Anlegen von Bundbrafen, wo dann sozusagen ein Acker nicht mehr intensiv bewirtschaftet wird, sondern eine Kräuter-Krass-Mischung, wie auch immer, und eine Blümischung ausgebracht wird, die eben besonders geeignet ist für diese Arten.

00:27:45: Da gibt es dann Anbieter, die haben dann spezielle Saatgutmischung, darauf abgestimmt sind und erfahrungsgemässig schon funktionieren.

00:27:52: Und dann geht es eben auch die anderen Maßnahmen Niskasten ausbringen oder wenn wir jetzt den Artenschutz wieder Richtung Vegetation zurückdrücken im Prinzip oder nicht zurückdrücken, das ist der falsche Begriff.

00:28:03: Wenn wir die Vegetation mit ein Spiel nehmen, Streus ist heutzutage ein großes Thema, wir alle wissen noch, Volksbegehren rettet die Bienen und so weiter.

00:28:12: Daraus sind auch Konsequenzen erwachsen, z.B.

00:28:14: dass die Streubesbestände geschützt sind, sobald sie größer als die KW.

00:28:17: Das ist im Rosenloh auch der Fall.

00:28:19: Im Rosenloh haben wir Flächen da, wo Streubes steht und die sind größer als die KW.

00:28:24: Und da ist ein Ausgleich notwendig.

00:28:25: und dieser Ausgleich... Der wird konzeptionell in anderen Lagen gebracht.

00:28:30: Nicht in der Ackerflur, weil der Landwirt kann auf einer Streubspiese, nicht Acker, das funktioniert einfach nicht.

00:28:36: Das bedingt ja schon das Wort Streubspiese an sich, sondern der wird im Prinzip, da müssen wir Ausgleichsflächen woanders suchen.

00:28:42: Und hier natürlich, wo wir an der Alpsen oder am Albtrauf sind, da bieten sich dann zum Beispiel diese Albtraufflächen an, die vielleicht auch nicht mehr intensiv bewirtschaft oder genutzt worden sind für die Streubst, aber vielleicht früher mal intensiver genutzt waren für Streubst.

00:28:53: und heute halt aus der Bewirtschaftung rausgenommen sind.

00:28:54: Und die kann man wieder in die Bewirtschaftung reinnehmen und vielleicht auch Bäume nachpflanzen.

00:28:59: Und so kann ich dann den Ausgleich wiederum am Albtraub vielleicht bringen oder hier an der Tech irgendwo, wo man dann im Prinzip die Ausgleichsflächen für Rosenlohe aber hat.

00:29:08: Obwohl das Gebiet, wo ganz anders ist, vielleicht auch mehrere Kilometer entfernt tatsächlich.

00:29:12: Also wir haben in der Spitze mal einen Ausgleich gehabt, der war von dreißig Kilometer entfernt vom eigentlichen Plangebiet.

00:29:18: Das gibt es auch, aber das sind sehr spezielle Fälle dann.

00:29:21: Genau, wir sind beim Gemeinderat kürzlich auch bei einer Radtour, haben wir zum Teil die Bundbraten und die Blühstreifen angeguckt.

00:29:26: Wir haben aber auch schon die Bepflanzung von neuen Bäumchen angeschaut.

00:29:30: Da ist ja schon einiges passiert.

00:29:32: Meine Frage ist, jetzt habe ich ja weiß ja schon fast jeder halben Zwetschgenbaum.

00:29:36: Was unterscheidet quasi so den klassischen, den Streuobstbestand?

00:29:40: Warum diskutiert hier überall?

00:29:41: Warum ist der so schützenswert?

00:29:42: Was ist das Besondere an den Streuobstwiesen?

00:29:44: Warum wird mein Zwetschgenbaum nicht unter Naturschutz gestellt?

00:29:49: Also, es könnte sogar sein, dass ihr Zwetschgenbaum vielleicht unseren Schuhschutz bestellen wäre, wenn man mal eine Kartierung dort durchführen würde.

00:29:57: Das muss man tatsächlich... Das

00:29:58: könnte ja direkt mal ein Termin vereinbauen, oder dass das auch direkt mal begutachtet werden kann.

00:30:02: Das kommt jetzt auf das Alter des Zwetschgenbaums drauf an.

00:30:04: Das ist

00:30:04: noch ganz jung, sieben Jahre.

00:30:06: Dann würde ich ausschließen, dass er relevant ist tatsächlich, wenn es nur einer ist.

00:30:10: Also Streuobst bedeutet dann quasi schon... Älter?

00:30:13: Nein, das ist auch wieder falsch.

00:30:15: Es hat nichts mit dem Alter an sich zu tun.

00:30:17: Es hat vielmehr mit der Baumqualität und der Nutzungsart was zu tun.

00:30:20: Also die Streuopswiese an sich fungiert nur als Lebensraum im Gesamten.

00:30:24: Das heißt, ich betrachte nicht nur den Baum solitär, der Apfelbaum an sich ist auch natürlich Lebensraum.

00:30:29: Da können Raupen, Falterarten, die im Prinzip auf Äpfel, die ihre Laufen reinlegen und ihre Eier ablegen, die laufen, fressen sich den Apfel rein.

00:30:36: Jeder kennt den Wurm im Apfel drin im Prinzip aus Kündererzählungen oder aus Kinderbüchern oder von eigenen Erfahrungen beim Essen.

00:30:45: Die gibt es und diesen spezialisiert auf diese Gesellschaft im Prinzip, also auf diese Baumgesellschaft.

00:30:50: Und diese Streubbestände sind auch oft zereginal ausgeprägt.

00:30:54: Das heißt, ich habe durch Zucht, durch Kultur, Kulturentwicklung und Pflege und im Prinzip das geht zurück bis in die Römerzeit, kann man das zurückverfolgen.

00:31:03: Die Römer haben angefangen, Arten weiterzuentwickeln, zu züchten, speziell zu fördern, zum Beispiel, dass die Äpfel größer wären, schmackhafter wären, intensiver wären oder vielleicht in einer gewissen Lage.

00:31:13: einfach gut klarkommen.

00:31:14: Und so gibt es im Streuobst sehr spezialisierte Arten, also Apfelsorten im Prinzip, die es nur regional gibt.

00:31:22: Das heißt, es kann sein, dass hier vielleicht auf der Wiese da drüben ein Baum steht, der vielleicht nur hier vorkommt.

00:31:30: Vielleicht sogar nur auf der Wiese.

00:31:31: Es gibt wirklich Apfelbäume, da ist bekannt, da gibt es nur noch zwei oder einen davon.

00:31:35: Und das ist natürlich dann immens wichtig, dass man dieses Saatgut von diesen Sorten erhält und dann vielleicht auch vermehrt und vielleicht auch wieder etabliert, also regionaltypische Sorten entwickelt.

00:31:44: Und damit schlage ich jetzt auch die Brücke rüber zu Landwirtschaften ein Stück weit.

00:31:48: Die Landwirtschaft ist verantwortlich dafür, dass diese Sachen entwickelt worden sind, dass sie heute so sind, wie sie sind.

00:31:52: Und auch das Streubes ist im Prinzip eine frühere landwirtschaftliche Nutzung.

00:31:56: Ich meine, im Kriegszeiten war, wer den Streubes wie sie hatte, hatte im Herbst Verpflegung, der hatte Nahrung.

00:32:03: Und genauso war im Prinzip früher, man kennt es noch, viele wissen, was Morscht ist.

00:32:07: Wenn der Morscht Marsch, Marsch, Armee heißt das Maschinenspuck.

00:32:10: Und der Morscht, der kommt auch am Eppel.

00:32:11: Und wenn man im Prinzip diesen Eppel nimmt, dann ist das im Prinzip eine Sache.

00:32:17: Früher war der Morscht im Prinzip das billige Bier.

00:32:20: Die Landwirte, früher gesagt Morscht.

00:32:22: Eppel hat man Kett, Hopfer hat man Koinkett, aber Eppel hat man Kett.

00:32:25: Also hat man Morscht gemacht.

00:32:26: Und Morscht hat man den ganzen Winter übertrunken.

00:32:27: Und damit hat man einen schönen Abendverbringer können.

00:32:31: Und es hat sich in viele Häuser noch erhalter und heutzutage machten wir es eigentlich mehr als Hobby.

00:32:35: Also die Streuobst, die Benutzung oder Bewirtschaftung, die gibt es als Landwirtschaft, als aktive Landwirtschaft.

00:32:42: Ganz, ganz selten.

00:32:43: Da sind wir dann wirklich dann im Intensivobstbau, den finden wir dann am Bodensee, bei uns in der Region wiederum im Hinterland.

00:32:48: Da gibt es dann breitflächige Kulturen, aber da steht kein Baum, der zehn Meter hoch ist.

00:32:53: der im Prinzip eine Asthöhle hat, wo sich ein Käfer drin wohlfühlen kann oder wo eine Maisin drin haust.

00:32:58: Das sind Intensivkulturen, die sind genauso ausgeräumt.

00:33:01: Da fühlt sich vielleicht nur in der Heckerstruktur eine Amselwohl oder eine Blaumeise.

00:33:05: Aber ansonsten in den Bäumen, da haust keinen Kauts, da haust keinen Mäusebussard, da sitzt kein Rotmilan an, weil es einfach wenig gibt.

00:33:12: Da wird die auch gespritzt.

00:33:13: In den Streubskulturen, die hobbytechnisch bewirtschaftet werden, die nicht auf Ertrag Effizienz gesteigert sind, die ... Es sind so bewirtschaftet worden in der Hanglage, dass sich da eine totale Artenvielfalt entwickelt.

00:33:28: Diese Artenvielfalt ist das Charakteristische.

00:33:30: Das geht von der Pflanzesvielfalt, das fängt an bei der Kräse und Mose, die auf den Boden wachsen unter den Bäumen.

00:33:38: Es geht über die Insekter, Falterarter, Heuschreckearter, bis zu Vögeln, Fledermäusen, die sich speziell in diesen Kulturlandschaften erhalten konnten oder weiterentwickelt haben und darauf spezialisiert haben.

00:33:51: Streuobstwiese ist so ein hoher Schutzgut im Prinzip.

00:33:54: Und das macht es einzigartig.

00:33:56: Also rettet die Bienen, rettet die Honigbiene, damit hat das nichts zu tun.

00:33:58: Es geht um den breiten Artenschutz, wo es darum geht, über die Erhaltung von dieser Kulturlandschaft, Streuobstwiese, die Gesamtheit dieser Arten zu bewahren, zu schützen und das einfach ins Bewusstsein zu bringen.

00:34:13: Von daher sehr wichtiges Anliegen und dementsprechend auch sehr hoch in der Bewertung.

00:34:18: was das Schutzgut betrifft, wenn es um einen Ausgleich für im Prinzip Rosenloh geht.

00:34:23: Das habe ich jetzt verstanden.

00:34:24: Moritz, du auch?

00:34:26: Ja, auf jeden Fall.

00:34:26: Du sollst auch einen Apfelbaum pflanzen.

00:34:29: Ja, das stimmt.

00:34:29: Ich habe auch keinen gepflanzt.

00:34:31: Aber bitte nicht nur den Obstbaumpflanzen, sondern auch gleich noch den Nischkasten zuhängen.

00:34:35: Das wäre das Optimale.

00:34:38: Bevor ich überhaupt irgendwas gemacht habe, schon die nächste Aufgabe zu.

00:34:41: Alles klar, guter Birkenmeier, so waren das.

00:34:45: Und den Insektenhotel.

00:34:47: Und

00:34:47: den Fladermauskenischkasten, nicht vergessen.

00:34:50: Okay, dann Herr Brückmann, hätt ich noch eine Frage an Sie.

00:34:53: Gibt's denn eigentlich irgendwie ein Ort in der Natur, ein Speziellen, wo Sie sagen, der inspiriert mich ganz besonders?

00:35:01: Also, ich komme ja nicht vom Alp drauf.

00:35:03: Also, ich bin Oberschwab, ich bin quasi südlich der Alp aufgewachsen.

00:35:07: Und, also, ich bin tatsächlich aufgewachsen auf dem Dorf.

00:35:11: Also, ich komme aus einem kleinen Ort, das hat forty-fünf Einwohner.

00:35:14: Und wenn ich da im Prinzip, jetzt schwäbel, ich bewusste auch der Hanagata-Wissle, wenn ich im Prinzip da zu Hause bin, in dieser Heimat bin und dann am Dachfeindstoff meine Ältere stand und ich guck Ornens Richtung Weste oder Nordweste rüber, über die Streub schwieße ich die für meine Ältere im Prinzip.

00:35:32: Sechzig Jahre stieg ich in der Fünfzigjahr, pflanzvoll, mittlerweile sogar auf den Sechzigjahr alt.

00:35:38: Und da einfach diesen Sonnenuntergang über diesen Bäumensee und dieses Abendlicht, gerade im Sommer, wenn es so Gewitterschauer gibt, dann da gab man einfach das Herz auf, muss man sagen.

00:35:49: Und das ist ... Da verstanden die, warum so was erhalten und so was schützen zu werden ist, weil diese Momente gäbe es nicht, wenn die Bäume nicht da stehen würden.

00:35:56: Der Sonnenuntergang wäre nicht derselbe, die Situation wäre nicht derselbe.

00:35:59: Und das macht es für mich im Prinzip aus.

00:36:01: Und das gilt überall als Stickwärtsumbewohner.

00:36:05: Man kann es nicht immer, so eine Planung wie Rosenloht, das verdrängt man auch mal da was.

00:36:09: Und die Gewerbeentwicklung oder die Wohnbauentwicklung, wo findet die den Stadt?

00:36:12: immer?

00:36:12: in der Ortsrandlage, in der Regel oder im Innerbereich.

00:36:15: Aber auch wenn im Innerbereich irgendwo eine Miese nachverdichtet wird.

00:36:19: dann geht da auch wieder Stückle Vegetationen verloren.

00:36:22: Und dann ist da auch wieder was abgängig, was es dann hinterher nicht mehr geben wird.

00:36:25: Und damit geht immer ein Wandel einher.

00:36:27: Und im Prinzip ist das, im Prinzip das große Ziel, dass man die Entwicklung begleitet, steuert, lenkt und dahin führt, dass sie Funktionsfähig ist und dass es trotzdem diese Momente auch für die Zukunft noch geben kann, wo einem das Herz aufgeht, wo man sagt, okay, hier, da ist die Welt noch in Ordnung gefühlt.

00:36:45: Und diese Rückzugsräume zu schaffen, die gilt es zu schaffen, indem man Umwelt und Natur eben mitdenkt, weil nur wenn Umwelt und Natur da ist.

00:36:53: dann habe ich diese Romantik, die mit der Natur auch verbinden kann, noch erlebbar, im Prinzip.

00:36:57: Und das gilt es auch, gerade für die Menschen erlebbar zu machen.

00:36:59: Also nicht irgendwo nur in der Landschaft zu haben, hinten in der Tundra oder Prerivo, wo kein Mensch mehr wohnt, wo ein Natur noch sein darf, weil da kein Mensch sich halten kann, sondern es gilt es eben hier vor der eigenen Haustür, hier in Weilheim an der Tech, unterhalb der Tech oder im Prinzip hier im Gewerbegebiet Rosenloh direkt angrenzt zu bewahren.

00:37:17: Und das ist das eben, was das gestalterische mit sich bringt.

00:37:21: Das Landschaftsplanerische, und weshalb mir auch von der Landschaftsplanung gesprochen hat, mir planen Landschaft.

00:37:26: Wir erstellen Pläne, wie die Landschaft mal aussehen soll, wie wir sie uns vorstellen, wie sie in zwanzig Jahren werden.

00:37:30: Der junge Baum, den ich da draußen pflanze im Gewerbegebiet, der ist jetzt noch klein, der hat vielleicht jetzt einen Stammumfang von acht bis zwölf Zentimeter.

00:37:38: Aber in vierzig, fünfzig, sechszig Jahren hat der Entstandumfang von fünfzig, sechszig, siebzig, achtzig Zentimeter und hat eine ganz andere Wirkung.

00:37:46: Und das, dieses Vorausschauende, das ist das, was die Landschaftsplanung im Prinzip ausmacht und wo die Schnittstelle zwischen Artenschutz und Landschaftsplanung im Prinzip ganz, ganz groß ist und ganz, ganz wichtig ist.

00:37:55: Und das ist im Prinzip im Rosenloh, finde ich, uns gut gelungen.

00:38:01: Da haben wir jetzt eigentlich auch den Broken zum Fernglas wieder eigentlich geschlagen und den Kreis geschlossen, sozusagen.

00:38:09: Ich würde gerne eigentlich noch ein Ding, den ihr in die Gugeln würdet, bringen, aber sie haben schon tatsächlich einige von den Sachen verweggenommen, woin wenig dachte, oh, das ist aber ausgefallen.

00:38:18: Irgendwie ja keine Ahnung von Wegen.

00:38:20: Das Streuhofswiesen bieten Lebensraum für über fünftausend Tier- und Pflanzenarten mehr als mancher Nationalpark.

00:38:27: Also im Prinzip haben sie ja schon gesagt.

00:38:30: Dann bringe ich mal noch einen, den wir vielleicht noch nicht hatten und der vielleicht irgendwie überleitet zur Richtung... Ausblick oder persönliche Perspektive nochmal.

00:38:39: Und zwar Dinge, die ihr in die Googlen würdet, aber unbedingt wissen wollt.

00:38:43: Ein naturnah gestaltetes Firmengelände erhöht die Mitarbeiterzufriedenheit.

00:38:47: Laut Studien empfinden Beschäftigte solche Orte als Stressärmer und Motivierender.

00:38:56: Kann man sich vorstellen, oder?

00:38:57: Er würde jetzt unterschreiben.

00:38:58: Also wenn man bei uns auf Tompage ganger date und mal guckt, wo ihr arbeitet im Prinzip.

00:39:03: Dann sieht man da

00:39:04: ganz ... Und immer, wenn Sie da übersprechen, gehen Sie sprachlich auf direkt.

00:39:07: Genau,

00:39:07: also es ist einfach ... Man lebt ja.

00:39:11: Und im Prinzip, wobei die Überlinger niemals so ein Dialekt hätte wie ihr jetzt.

00:39:15: Also bei uns hört der Dialekt schon am Ortsschild auf.

00:39:18: Das ist im Nachbardorf schon wieder anders.

00:39:19: Das ist eine eigene Geschichte.

00:39:21: Sie

00:39:22: können zumindest zwitschern.

00:39:23: Es gibt ja viele, die das irgendwie

00:39:28: ... Das ist ganz extrem.

00:39:29: Ich habe immer studiert.

00:39:30: Ich habe auch mal andere WG gewohnt in Rotterburg am Neckar, in einem schönen Städtel.

00:39:33: Ich habe ein Tübinger studiert.

00:39:35: Schöne

00:39:36: Stadt, die ich probiere.

00:39:38: Wunderschön.

00:39:39: Hat noch viel Geld und hat mir auch prägt irgendwo.

00:39:42: Es gibt auch andere schöne Städte.

00:39:44: Weil haben wir trotzdem natürlich die allerbeste.

00:39:46: Aber wir mussten auch darauf hinweisen dürfen, dass es auch andere schöne Städte im Baden-Württemberg.

00:39:50: Wobei man wie ein dauerhaft in der Stadt ziehen könnte.

00:39:52: Also für mich war das Studium und dann war es auch gut, dass wir wieder rauskommen aus dem Land.

00:39:58: Nee, aber im Prinzip ist es so, dass dieses Multikulturelle, was wir heute auch ausmachen, das ist ja auch erst mal wichtig, dass man damit auch umgeht und dass man auch das wieder mitnimmt.

00:40:10: Und das führt uns eigentlich im Prinzip zu einem wichtigen Schutzgul, das man oft nicht mit der Landschaftsplanung in Verbindung bringt.

00:40:16: Ich habe es vorhin so ein bisschen anklingeln lassen.

00:40:18: Es geht auch irgendwo um der Mensch.

00:40:20: Und auch der Mensch muss sich in dieser Planung wiederfinden.

00:40:22: Und nicht nur der Gewerbebetreibende muss sich da wiederfinden, sondern auch der Anwohner, der im Prinzip angrenzt an das Gewerbegebiet wohnt, zukünftig.

00:40:29: Und im Prinzip sich trotzdem dort wohlfühlen sollen muss.

00:40:32: Und auch mit diesem Ausblick klarkommen muss, der da im Prinzip sich dann vor dem Fenster, wo momentan freie Landschaft ist, dann im Prinzip dann verschließt und da ein Gewerbeblock hochgezogen wird.

00:40:41: Das ist ganz klar, dass da im Prinzip dann Konsequenzen für der Mensch, was das Schutz gut betrifft, mit sich bringt, einmal im Aspekt Naherholung, Lebensqualität, Gesundheit aber auch, also gerade im städtischen Bereich, sehr häufig hat das Thema auch Hitze, wie gehen wir um mit Trockenheit, Trockenstress, Trinkwasserverfügbarkeit, das fängt ja an im Prinzip bei einer Planung von einem Neubaugebiet, ja will ich da zum Beispiel ein Trinkwasserbrunnen mit Neuplanern, das im Prinzip die Leute dazukünftig trinkwasserfrei verfügbar haben, dass wenn es heiß wird im Sommer.

00:41:13: Sie einfach da eine kleine Abkühlung finden oder irgendwo einen kleinen Wasserspielplatz im Wohnbaugebiet mitdenken.

00:41:20: Das ist auch extrem wichtig und dass man da die Leute auch einbinden frühzeitig mitnimmt.

00:41:25: Und das ist was, was wir auch bei uns im Büro immer wieder versuchen, über Bürgerbeteiligungen, über solche Formate, einfach, wo man die Leute mitnehmen kann, auch die Öffentlichkeit mitnehmen kann, Workshops, auch mit Kindern gerne.

00:41:35: Einfach, dass man mitdenkt und guckt, okay, wo sind denn die Interesse?

00:41:39: Ein Jugendlicher, der vielleicht vierzehn bis achtzehn Jahre alt ist, der will sein Skateparkern irgendwo.

00:41:44: Für den ist das total wichtig.

00:41:45: Für ein Kind ist das vielleicht ... sechs bis zehn Jahre alt ist, das auf dem Dorf groß geworden ist, vor denen ist der Bach total wichtig, weil in dem Bach spielt der, der baut seine Dämenai und kann da rumblödler auf gut Deutsch.

00:41:59: Das ist im Prinzip... unglaublich vielfältig.

00:42:02: Und da gilt es wirklich darum, die Leute mitzunehmen und eben auch für die Zukunft mitzudenken, dass eben auch der Spaziergänger dann mit dem Hund noch um das Gewerbegebiet herum sein Hundkassi führe kann und da ein Grünstreifer hat, wo der Hund im Prinzip Sex-Chef gemacht hat kann, dass die Welt nur einigmal so funktioniert in Ordnung ist.

00:42:17: Weil mit dem Hund erst mal zwei Kilometer aus dem Stadtnausfahrer, das für keiner.

00:42:22: Naturschutz ist Menschenschutz.

00:42:24: Absolut.

00:42:25: Da

00:42:25: fällt mir jetzt echt auch fast nichts mehr rein.

00:42:32: Jetzt haben sie uns ja tatsächlich ganz arg schmackhaft gemacht und ihnen ist ja schlussendlich auch gelungen, weil beide Berichte sind ja so formuliert, dass sie Disco und die Zulässigkeit für das Gewerbegebiet, wenn die besonderen Maßnahmen umgesetzt werden, Nistkästen, Blühstreifen, Bundprachen, Streuobstbäume, gibt's Disco für das Gewerbegebiet und sie haben jetzt auch nochmal... ziemlich gut verdeutlicht, dass die sowohl Menschen als auch Tier- und Umwelt harmonisch irgendwie versuchen miteinander zu leben, aber auch Kompromisse finden muss.

00:43:02: Und manche Dinge eben zurecht schützenswert sind.

00:43:04: Das ist mir jetzt auch nochmal sehr eindrücklich vorkommen.

00:43:06: Klar, Wirtschaft ist sehr wichtig und wir arbeiten auch alle dran, dass das Gewerbegebiet realisiert wird und sie eben auch.

00:43:12: Also von dem her die Perspektive vom Natur- und Umweltschutz war da eben auch gegeben, aber unter den besonderen Voraussetzungen, dass man andere auch schützt.

00:43:20: Und ich finde, es kam relativ bzw.

00:43:22: es ist sehr gut rüber.

00:43:23: Wir haben das wirklich gut erklärt.

00:43:25: Und jetzt können wir auch schon die abschließende Frage stellen, Moritz, oder?

00:43:29: Warum?

00:43:31: Warum passt das Projekt?

00:43:33: Warum passt Weilheim zu Ihnen bzw.

00:43:35: zu Ihrem Unternehmen?

00:43:38: Weil es zukunftsorientiert ist.

00:43:41: Ich glaube, das Schlagwort, das für uns entscheidend ist, wir wollen Zukunft denken, wir wollen mitgestalten, wir wollen nicht aufhalten, wir wollen weiterentwickeln, wir wollen vorangehen, wir wollen offen sein.

00:43:53: Und ich glaube, all das hat dieses Gesamtprojekt Rosenloh auch ausgemacht, dass man eben von Anfang an zwar eine konkrete Idee hatte, was da passieren soll, aber dass man sich trotzdem diese Offenheit bewahrt hat, um irgendwo Dinge auch umzusetzen, umzugestalten, eine gewisse Planungsoffenheit auch hatte, die jetzt dazu führt, dass man nach Abwägung schlussendlich aller Argumente, das geht dann von der Landwirtschaft bis... bis zum einfacher Menschenprinzip oder bis zum Tier, bis zu Haselnau oder sonst was in einem anderen Gebiet oder hier.

00:44:23: in dem Fall ist die Feldlache, dass alle irgendwo damit zurechtkommen.

00:44:27: Und das ist eigentlich das, was für uns auch in der Umweltplanung extrem wichtig ist, dass wir trotz der Verluste und dessen, was uns weh tut im Herzen im Prinzip, also kein Kartierer dieser Welt wird jemals erfreut sein, dass man im Prinzip sehr muss, wie etwas Verlore geht.

00:44:43: Da blutet jedem das Herz.

00:44:46: Aber... Trotzdem, nach vorne blicken kann und sagen kann, ja, wir machen es besser.

00:44:52: Wir gucken, dass die Arze sich hinterher noch mehr wohl fühlen und dass sie an anderer Stelle ihren Platz behalten können.

00:44:57: Und das führt natürlich zu Konflikte.

00:45:00: Aber diese Konflikte dafür sind wir da, dass wir da moderieren können, dass wir da die Leute an die Hand nehmen können und diesen Prozess nach vorne einfach mitgehen und die Leute nicht mit einer Hoffnungslosigkeit oder einer Hilflosigkeit zurücklassen, sondern dass wir das wirklich begleiten und auch aufzeigen, so kann es funktionieren.

00:45:17: Und das ist, glaubt, das Schlagwort.

00:45:18: Und deswegen passt Rosendur auch so gut zu uns.

00:45:20: Herr

00:45:22: Wilkenhauer, vielen Dank für dieses Gespräch.

00:45:26: Dann bleibt mir jetzt noch zu sagen, wenn es euch, die hier zugehört haben, wenn es euch gefallen hat, dann lasst doch gerne einen Like da oder einen Kommentar.

00:45:34: Wenn ihr Leute in eurem Umfeld habt, die ihr mögt, dann empfehlt doch gerne mal den Podcast weiter.

00:45:38: Wir freuen uns immer über neue Zuhörer.

00:45:40: Wenn ihr Fragen oder Anmerkungen habt oder ein bestimmtes Thema, ein bestimmtes Gast mal hier hören wollt, wenn ihr sagt, hey, ich bin noch selber jemand, der Weilheim Visionär prägt, dann schreibt doch gerne mal eine Mail an podcastatweilheim-tech.de.

00:45:56: Genau.

00:45:57: Fantastisch, Moritz.

00:45:58: Vielen Dank, Herr Birgenmeier.

00:46:01: Für uns passt's, oder?

00:46:02: Für uns passt's, also ... Passt alles, würde ich sagen.

00:46:05: Ich danke Ihnen, dass ich hierherkommen durfte.

00:46:07: Das ist auch keine Selbstverständlichkeit.

00:46:09: Und es ist wirklich schön hier.

00:46:10: Ich glaube, ich werde hier noch einen Spaziergang machen.

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