Bach, Baustelle und Begegnung – Pfarrer Matthias Hennig im TeckTalk
Shownotes
In Folge 12 von TeckTalk spricht Matthias Hennig über seinen Weg in den Beruf als evangelischer Pfarrer, seine musikalische Prägung und über die Peterskirche. Es geht um Seelsorge zwischen Tür und Angel, um Verantwortung für ein besonderes Gebäude und um Dinge, die einem Pfarrer im Alltag Kopfzerbrechen machen – und was ihm trotzdem Hoffnung gibt. Mit am Start sind natürlich auch Daniela Braun und Moritz Keller sowie ein paar „Dinge, die ihr nie googeln würdet - aber unbedingt wissen wollt“.
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00:00:10: Herzlich willkommen zum Tech Talk, den Pass zu mir Podcast aus Weilheim.
00:00:14: Wer sich natürlich auch alle richtet die
00:00:16: sich im
00:00:17: weiteren Sinne für Weilheim interessieren oder neugierig sind.
00:00:20: worum geht es hier beim Tech Talk?
00:00:21: Es geht um Themen rund um Weilheim die wir uns ein bisschen vertiefter anschauen wollen und differenzierte und eben nicht mit einem oder zwei Sätzen abgehandelt sind.
00:00:29: Und in dieser Funktion und für so ein Thema Wirtschaftsförderung und Belebung der Innenstadt sind wir auch gefördert von Wirtschaftsministerium Franz-Wernden-Württemberg.
00:00:36: Das ist einfach nochmal kurz neben Bayern.
00:00:38: Genau, aber genau weil wir immer die Themen, die wir um Weinheim vertiefen wollen haben wir immer einen Gesprächspartnerinnen, ein Gesprächspartner zu Gast.
00:00:46: Heute ist bei uns Herr Pfarrer Hennig.
00:00:51: Sehen Sie mir mal kurz wie man das die korrektweise ansprechen würde?
00:00:55: Sie haben mich hochdeutsch angesprochen.
00:00:57: Vielen Dank für diese perfekte Begrüßung, weil die Schwaben Henig zu mir sagen.
00:01:03: Es gibt verschiedene Varianten der Schreibweise.
00:01:05: Manche schreiben Henning mit CH und ich fühle mich in jedem Fall angesprochen oder sie sagen einfach Matthias zu mir.
00:01:12: Also Herr Pfarrer müssen sie nicht sagen!
00:01:16: Das erleichtert mich schon mal sehr, das hätte ich auch ein bisschen verzwungen gefunden.
00:01:19: Genau mit mir am Mikrofon meine Kommoderatorin Daniela Brauden die hier natürlich da ist damit auch Weilheim Fachkompetenz am Start ist und nicht nur meinen Außenseiter mein Blick von außen.
00:01:32: Hallo Daniela herzlich willkommen dass du schön dass du auch da bist.
00:01:36: Als Gastgeber fühlt man sich das so ein bisschen seltsam.
00:01:38: Schön, dass ich auch da bin!
00:01:40: Ich freue mich auch mal, als du da bist.
00:01:42: Moritz Keller von unserer Lieblingsagentur von der Cavalerie in Tübingen heute auch wieder mit dabei und wir waren schon... Hallo?
00:01:48: Im Städtele waren auch in der Kirche schon und haben ein paar Fotos gemacht um uns einzustimmen.
00:01:53: Genau machen wir immer.
00:01:54: Von dem her kann es jetzt auch schon losgehen.
00:01:57: Herr Hennig, Sie haben uns einen persönlichen Gegenstand mitgebracht wie alle anderen auch.
00:02:02: Die wir fragen können sie uns einmal den Beschreiben für alle zu Hause die nicht sehen können und einmal einordnen was das über Sie aussagt?
00:02:09: Ja total sehr gerne!
00:02:11: Also vor mir liegt Wachs wohl temperiertes Klavier.
00:02:14: Das ist ein dickes Buch in dem der Barock-Komponist Johann Sebastian Bach für alle Tonarten, die es gibt jeweils ein Vorspiel, ein Präludium und eine Fuge also ein etwas komplizierteres Klavierstück komponiert hat.
00:02:27: Und ich habe das mitgebracht weil die Erinnerung an diese Musik meine sei mal am längsten zurückreichende bewusste Erinnerungen ist.
00:02:36: Ich sehe mich damals als etwa dreijähriges Kind abends im Bett liegen.
00:02:40: wir haben einen Reihenhaus in Ostfildern Scharnhausen gewohnt Und damals hat man noch nicht so robuste Wände gehabt, also habe ich aus dem Nachbarhaus ziemlich viel gehört.
00:02:49: Das war oft Abends Klaviermusik und ich kann mich genau daran erinnern was für ein Wohlgefühl das war abends den Michael im Nachbarhaus in acht oder neunjährigen Buben zu hören wie der Bachs-Woltebühre das Klavier diese Präludien geübt hat.
00:03:03: Und für mich bedeutet das einfach so ein Stück akustische Beheimatung und Geborgenheit.
00:03:10: Und dann habe ich also mit vier Jahren meinen Eltern bekanntgegeben, jetzt will ich auch Klavier lernen.
00:03:15: Die waren davon so, sagen wir mal vorsichtig überrascht, dass sie diesen Wunschen jahrlang auf die Probe gestellt haben und mein Geheul hat dann doch so intensiv zugenommen, dass Sie den mit fünf Jahren gesagt haben okay Jetzt holen wir Frau Schmidt an Bord!
00:03:30: Sie hat eben ja auch das Klavierspielen beigebracht Und ich konnte dann mit den Fingern über das Taschenwerk gehen.
00:03:37: Etwas später habe ich dann selber angefangen, diese Bachstücke zu studieren und sie gehören heute eigentlich – ja, ich kann fast sagen zu meiner täglichen Ration!
00:03:47: Ich hatte einen Klavierlehrer dann später der sehr streng war.
00:03:49: da musste ich jede Woche ein Präludium und eine Fuge neu einüben.
00:03:53: Deshalb kann ich jetzt alle vierundzwanzig Das ist wie so Zähneputzen.
00:03:58: Einmal ein Präludium, einmal eine Fuge am Tag und dann geht es mir gut!
00:04:02: Dann bin ich irgendwie psychohygienisch gereinigt und der Tag kann kommen.
00:04:07: Bei Ihnen gab es auch ein Klavier direkt im Haus, oder?
00:04:10: Ganz spannend!
00:04:11: Das war ein Klavier das aus der Schweiz stammt.
00:04:13: Meine Mutter ist Schweizerin und mein Vater und meine Mutter haben sich damals in Rom kennengelernt.
00:04:18: Der Vater hat an einer Dissertation als Theologische Arbeit und in den vaticanischen Bibliotheken gegraben Hat sich einen Zubrot verdient, dass er den Schäferhund der Kaiserswerterschwestern täglich einmal Gassi führte Und das hatte immer so zeitlich gelegt, dass die Kaiserschwestern alle weg waren Und dann musste die den Schäferhund übergeben.
00:04:40: und so ist die Liebe der beiden zueinander erwacht.
00:04:43: Deshalb habe ich eine Schweizer Mutter und einen Vater, der Schwabe
00:04:46: ist.".
00:04:47: Ja also genau!
00:04:48: Dieses Klavier wurde aus der Schweiz überbracht weil wir zu Hause damals als ich noch Kind war keine Satten.
00:04:55: aber die Großeltern in der Schweiz hatten eins von Burger und Jacoby aus Biel.
00:05:01: Jetzt waren wir trüben in der Kirche und haben ja da auch ein klavierende Orgel gesehen.
00:05:05: Spielen Sie dabei das?
00:05:07: Also das Klavier, dass in der Peterskünste steht.
00:05:09: Das spiele ich sehr gerne!
00:05:11: finde ich einfach wunderbar vom Klang.
00:05:14: und vor allem hat das Echo, die Akustik der Peterskirche für Leute wie mich als Dilettanten am Instrument unterwegs sind.
00:05:22: Und auch immer wieder mal die falsche Taste erwiesen.
00:05:24: eine sehr schonungsvolle Akustika dadurch dass es so einen schönen Nachhall hat hört sich für mich viel schöner an.
00:05:30: also es wahrscheinlich in Wirklichkeit klingt von der Orgel lasse ich tunlichst die Finger und die Füße weg.
00:05:37: Das ist, finde ich nochmal eine ganz andere Sache.
00:05:39: Wenn man nicht nur in zwei Armen und Händen unterschiedlich denken muss sondern dann auch noch die Füße dazu bekommt das ging bei mir dann durcheinander.
00:05:47: als ich mal einen jahrlangen Versuch machte Orgel spielen zu lernen hat der Orgelehrer nach einer Weile gesagt also wollen sie sich wirklich nicht doch aufs Klavier konzentrieren?
00:05:57: Und diesen freundlichen Hinweis auf meine Talentfreiheit an der Orgel habe ich zum Anlass genommen die Orgelbücher wiederzuzuklappen.
00:06:05: Ich glaube, die Geschichte ist ... Die Weile haben wir bisher auch noch nicht.
00:06:08: Oder?
00:06:08: Ich habe noch ganz viele Geschichten, die ich nicht gebeichert hab!
00:06:13: Dann müssen wir loslegen... Wir sind ja gerade schon biografisch gestartet.
00:06:17: Einmal mehr oder morgens und nicht mehr.
00:06:19: Wir waren noch kurz Mittagessen und es war ein bisschen Ehrfrucht erstarrt beim Pfarrer.
00:06:23: Also das Wort Pfarrr wie Wirtma-Pfarrer, Wie kommen's da dazu?
00:06:27: Jetzt ist bei Ihnen, wenn man sagt, ihr Papa.
00:06:29: aber die Geschichte werden wir uns natürlich unbedingt hören.
00:06:31: Wie wird man Pfarrern und wie kommt der dazu?
00:06:34: Jetzt bin ich natürlich versucht zu machen wie Jesus, dass ich Ihnen eine Gegenfrage stelle.
00:06:37: Aber ich bin ja nicht Jesus!
00:06:39: Ich würde das dann aber schon noch mit der Ehrfurcht interessieren weil da haben Sie ja die Zeiten inzwischen geändert, aber gerne geschwind.
00:06:46: zwei Sätze zum biografischen Anweg.
00:06:49: also der Vater als Pfarrer das war eigentlich im bestimmten Lebensalter ihren Grund nicht Theologie zu studieren und nicht dasselbe wieder Vater zu machen.
00:06:59: allerdings dieser Gedanke Pfarrern zu werden reicht bei mir relativ weit zurück.
00:07:03: Also es war nun mal einfach so, dass wir familiär mein Bruder und ich dadurch das wir als christliche Familie aufgewachsen sind eben auch Sonntags im Gottesdienst waren.
00:07:11: Und da habe ich so als Grundschüler war das wohl gemerkt.
00:07:15: also eigentlich ist außer dem Pfarrer allen langweilig.
00:07:20: dann werde ich doch am besten Pfarrern.
00:07:24: Und irgendwie hat mir diese Rolle gefallen in dieser Mischung aus Leitung, Performance.
00:07:33: Aber natürlich auch das muss ich schon zugeben der Macht die von dieser Rolle ausgeht im Blick auf Stimmung natürlich dann aber auch im positiven Sinne durch Argumentation, durch Gedanken, durch Tiefe.
00:07:50: Einfach auch durch Inszenierung könnte man sagen etwas zu bewirken.
00:07:55: also da war so eine wie soll ich sagen leicht frühkindlich erotische Begegnung mit dem Thema Leitung Führung ohne dass sich das damals natürlich geahnt habe.
00:08:06: Also das war die eine Sache das mich einfach dieser Beruf den kennengelernt und aus nächster Nähe einfach miterlebt habe, und insofern christlich sozialisiert war.
00:08:17: Schon spannend fand!
00:08:19: Und natürlich dann gibt es entwicklungsbedingts schon auch Absetzbewegungen.
00:08:22: und da hab ich aber gemerkt... Es ist an diesem christlichen Glauben mehr dran.
00:08:29: Also, wir hatten dann in meiner Zeit als ich Konferent und so ein fünftenssechzehnjähriger Jugendlicher war.
00:08:35: In unserem Ort wo wir gelebt haben in Scharnhausen und wo mein Vater schon an einem Sonderpfarramt war einen Ortspfarrer der sich ganz viel mit Religionskritikern auseinander gesetzt hat und also tatsächlich Predigten von forty fünf Minuten Länge gehalten hat ohne dass sie langweilig wurden.
00:08:50: Also was Ludwig Feuerbach sagt oder was Marx oder andere Religionskritiker sagen, das habe ich alles als sechzehn-sehntzienjähriger Sonntags genossen.
00:08:58: Weil dieser Pfarrer sich damit ganz intensiv auseinandergesetzt hat.
00:09:03: und diese gedankliche Arbeit, diese denkerische Verantwortung von Glaube auch von organisiertem christlichem Leben in Kirchen – das hat mich sehr, sehr angesprochen!
00:09:17: Ich fand es einfach intellektuell intäger?
00:09:20: Und ich fand das einfach ein Gewinn, denken zu können.
00:09:24: Dann habe ich gemerkt dass dieser Beruf als Pfarrer oder als Pfahrerin natürlich auch die Möglichkeiten bietet ganz unterschiedliche Spielfelder zu bedienen.
00:09:33: also das Klavier und das Wohltümeriter Klavier kann ich eigentlich immer noch brauchen und neben der musikalischen Seite konnte ich einfach auch so meiner Freude an Sprache, an Rhetorik, an Schreiben und Philologie zugutekommen.
00:09:45: Irgendwie hatte ich auch das Glück oder das Pech in der Schule, viel Latein und altgriechisch zu lernen.
00:09:51: Und hab' es dann alles mitgenommen und dann war's nur noch hebräisch... ...und dann hat das irgendwie schon so gepasst!
00:09:58: Also, es gab zwei Alternativen.
00:10:00: Ich wollte eigentlich mal natürlich Pianist werden aber das ist ein Traum wo man dann bei näherem Hinsehen schon merkt, das sind unterschiedliche Liegen im Spiel.
00:10:10: Und wenn man dann so diese Bundesjugend musiziert wird Bewerbe erlebt und mit den Tränen über den zweiten Platz kämpft.
00:10:20: Das dient ja alles natürlich der Resilienz.
00:10:22: aber also bei Jugend musiziert oder... könnte man vorstellen, auch bei anderen mit bewirbender Fliesen schon tränen.
00:10:27: Das ist einfach so... Man gibt ja dann alles.
00:10:30: Chirok habe ich auch mal überlegt und hab meinen Zivildienst deshalb im Röder Parazelsuskrankenhaus auf der Knochenchirurgie gemacht.
00:10:37: Und irgendwie dann ist doch so geworden dass man ein paar Beruf gesagt hat, da kannst viel von deinen Begabungen irgendwie leben!
00:10:45: Ich habe heute das Gefühl Ja, der Beruf passt zu mir.
00:10:47: Ich mag die Menschen
00:10:49: Dann würde ich an der Stelle direkt mal was reinschmeißen, weil sie haben jetzt... also ich bringe immer diese Dinge die ihr nie googlen würdet aber unbedingt wissen wollt.
00:10:57: Und mir
00:10:57: ist da auch
00:10:58: genauer, weil Sie die Vielzeitigkeit von Ihrem Beruf schon angesprochen haben habe ich nämlich auch noch und jetzt gerade haben Sie zum Schluss noch gesagt, Sie mögen Menschen!
00:11:05: Und zwar hab' ich den Fan-Fact gefunden das Pfarrer einer der Berufe mit der höchsten Gesprächsdichte.
00:11:13: Pfarrer führen oft zehn bis zwanzig Gespräche am Tag und zwar nicht Smalltalk, sondern persönliche Gespräche über Lebensfragen, Krisen und Entscheidungen.
00:11:20: Habe ich auch noch mal geguckt wie man das verorten kann?
00:11:23: Also weil zehn bis Zwanzig ist es vier, ist es wenig.
00:11:26: und so als Vergleich wenn wir das mit einem normalen Bürojob vergleicht wo man maximal fünf bis zehn Meetings oder Gespräche pro Tag hat oder auch als Führungskraft vielleicht mal sechs bis zwölf.
00:11:37: Oder auch ein Psychotherapeut hat eher sechs bis acht intensive Sitzungen, das sind zehn bis zwanzig natürlich schon.
00:11:43: Ein Brett und davon viele eben sehr emotional, sehr persönlich und teilweise ja auch ungeplant also zwischen Tür und Angel.
00:11:51: Genau!
00:11:52: Wollte ich einfach nochmal reinschmeißen?
00:11:53: Und direkt dazu fragen... Also zum einen ist es bei Ihnen auch so was welche Funktionen Hat man denn alles als Pfarrer noch, weil bis jetzt hatten sie Redner schreiben.
00:12:03: Alles mögliche aber viele Pfarrere haben auch Zusatzausbildungen in Psychotherapie oder Beratung also...
00:12:09: Tatsächlich haben wir bisher so eher diese Außenseite des Fahrberufs gestreift und was sie jetzt angeschnitten haben, nennen wir üblicherweise die Seelsorge im weitesten Sinne das Begriff.
00:12:20: Und es ist tatsächlich ein Vorteil und ein Nachteil dass dieser Begriff nicht eindeutig definiert ist.
00:12:26: also eine Pfarrerin erteilt Nichtseelsorge in fünfzig Minuten Rhythmus nach Kassen Satz sowieso sondern wie Sie gerade gesagt haben, es sind oft Begegnungen die sich zufällig ergeben zwischen Tür und Angel am Gartenzaun oder eben auf dem Wochenmarkt im Bartholzplatz.
00:12:43: Und es ist die Gelegenheit en passant von Menschen wahrgenommen wird um loszuwerten was sie gerade bewegt was sie umtreibt.
00:12:52: Und manchmal ist es so, dass das dabei dann auch bleibt und man mag dann schnell am Gegenüber passt.
00:12:58: so also ich muss jetzt einfach auch mal sagen, dass der Wetter blöd ist und dann ist man wieder aufgestellt und alles passt und dann mag man aber schon schnell ob da der Wunsch ist tiefer zu gehen oder ob da eine Not dahinter steht und wenn ich das möglich machen kann gebe ich dann solchen Gesprächen auch Raum.
00:13:18: Also, ich lass mich sehr gern durcheinander bringen und sehr gerne stören!
00:13:23: Und ich bin zu jeder Zeit bereit die neueste Datenschutzgrundverordnung oder die Einhaltung von Hygienevorschriften oder die Dokumentation von unserem E-Check zurückzustellen um genau dafür Platz zu schaffen.
00:13:36: also dafür bin ich da und ich kann nicht sagen dass das Jedes Mal sozusagen mit einem riesen Tsunami ein Glücksgefühl überschwemmt, wenn ich dann da freut und leid mit Menschen teil.
00:13:50: Aber es ist doch zumindest das Grundgefühl.
00:13:53: Es ist etwas Sinnvolles, es ist was Wesentliches, was da passiert.
00:13:57: Und es ist vor allem ein riesengroßes Vertrauen, dass mir entgegen gebracht wird – und zähle ich sicherlich auch bei Kolleginnen und Kollegen so – muss ich dann auch ein Mensch darauf verlassen können, dass das bei mir bleibt und da kein Wort drüber verloren wird.
00:14:16: Und vielleicht ist gerade sozusagen dieses bisschen Diffuse, dass es gar nicht so klar ist wo man sich da anmeldet und in welcher Reihenfolge immer dran kommt
00:14:25: usw.,
00:14:27: sondern Mensch, dieser Pfarrer einfach da ist und dass man ihm immer wieder über den Weg läuft.
00:14:34: Und das man ihn sogar anhalten kann.
00:14:35: Also vielleicht ist es so gar eine ganz große Chance.
00:14:38: also so verstehe ich mich auch, so versteh' ich auch den Umstand, dass ich mit meiner Familie in einem Pfarrhaus wohne.
00:14:45: Man könnte ja sagen dieses wunderbare Fachwerkhaus aus dem Jahr seventeenhundertdreizehn hier in der Kirchgasse eins, das wirkt ja fast ein bisschen wie das zweite oder dritte oder für manche erste Haus am Platz.
00:14:57: Also manchmal habe ich schon gedacht, ist das eigentlich ein Anachronismus.
00:15:00: Das ist ja wie soll ich sagen nicht im Spiegel der tatsächlichen gesellschaftlichen Bedeutung von Kirche als Institution.
00:15:08: Es ist mir auch gar nicht wohl bei dem Gedanken wenn das sozusagen den Berufsstand oder des Berufsverständes nach außen dokumentieren sollte.
00:15:17: also in dieser Rolle als Pfarrer sehe ich mich definitiv nicht und ich glaube auch niemand anderes.
00:15:23: Der Vorteil aber davon ist tatsächlich man ist mitten drin.
00:15:27: Man merkt es dann eben genauso, wie wenn dann abends jemand nach Hause geht und es plötzlich zu einem Streit in der Amtgasse kommt.
00:15:37: Und man denkt Mensch, da gehst du jetzt doch mal raus und guck schwarz los ist und dann wird das plötzlich ein ganz ernsthaftes Gespräch.
00:15:44: Und genau so alles Glück und Unglück dass jeder Mensch auf dem Marktplatz auch erleben kann und alles was dazu gehört.
00:15:52: Also einfach da sein.
00:15:53: Da sein und sich zur Verfügung stellen, bereit sein für die Menschen.
00:15:59: Haben Sie denn eine Lieblingsaufgabe?
00:16:00: Also ein oder andere, das ich als bringe mit Pfarrinverbindung Hochzeiten taufen.
00:16:05: Sie gehen auch in die Grundschule.
00:16:07: Gibt es irgendwas was Sie am liebsten machen?
00:16:12: Ich kann's jetzt gerade nicht so speziell auf einen Vorgang bringen aber was ich mit großer Freude tue ist wenn so'n Zusammenwirken geschieht Denke jetzt gerade an einen Taufgottesdienst, am vergangenen Sonntag zwei Familien mit sage ich mal ja Kind und Kegel da.
00:16:32: Und eine ganz lockere gelöste Atmosphäre... Popkantor Johannes Lorenz spielt im Klavier und ganz spontan ergibt sich die Situation, dass ich den Sägen am Ende des Gottesdienstes nicht wie sonst sondern in die Musik das Klaviers hineinspreche.
00:16:48: Und man mag dann plötzlich da ist was in der Luft, es schwingt, es passt!
00:16:52: Da ist ein Geist im Raum den wir jetzt gar nicht geplant oder vorbereitet haben, sondern der sich eingestellt hat und solche Erfahrungen des Zusammenwirkens, wo was geschieht, was jeder oder jede Einzelne nicht machen könnte.
00:17:07: Sowas beklückt mich!
00:17:08: Und das kann man im Nogottesdienst erleben und es kann man genauso in der Schulstunde erleben.
00:17:14: also da gibt's ganz verschiedene Momente, in denen sowas geschehen kann und das macht mich glücklich.
00:17:21: Jetzt haben Sie ja schon gesagt, dass sie sehr zentral wohnen in der Pfarrgasse I. Genau die Kirche ist auch der erste zentrale Ort hier in Weylheim.
00:17:27: Das Logo ist sogar im Stadtwappen drin, das Schlüssel genau... Was?
00:17:32: Ist es also so eine Anspruchshaltung bzw.
00:17:34: so eine Verbindlichkeit wo Sie sagen wow dann müssen wir aber leisten Wir sind ein zentraler Ort.
00:17:39: wie hat sich das verändert?
00:17:40: Also
00:17:41: Es ist ein Verantwortungsgefühl was mir jetzt als erstes einfällt und was ich am stärksten empfinde eine Verantwortung dafür dass dieses Haus, diese Peterskirche an diesem prominenten Ort ein offenes Haus ist.
00:17:55: Es gehört uns allen zusammen und es ist ja eigentlich ein bisschen verrückt in einer A-Lage wo's sicherlich auch eine Drogeriemarkette gäbe die gute Mieten bezahlen würde einen Raum frei zu halten an dem nichts verdient wird und an dem auch nix zu verdienen, anzulegen oder zu verkaufen ist sondern es ist einfach ein Raum, um zu sich zu kommen und vielleicht auch zu Gott zu kommen.
00:18:20: Und den offen zu halten und das Angebot damit auch zumachen wie Generationen von Weilheimerinnen und Weilheimern Menschen vor uns sich versucht haben auf ihr Leben einen Reim zu machen mit diesen Bildern, mit diesen Gebäuden.
00:18:36: Das ist das Angebot, dass die Kirsengemeinde mit diesem Gebäude aufrechterhalten und machen kann.
00:18:42: Und dann natürlich es mit Leben zu füllen!
00:18:45: Und das darf sehr gern unkonventionell sein.
00:18:49: Also ich weiß nicht, ob Sie sich noch erinnern können.
00:18:50: In dem Jahr zwei Tausend neunzehn war ja das Stadtjubiläum und wir haben ganz bewusst als Kirsengemeinde gesagt da muss dieses historische Gebäude aus einem Jahr vierzehntneunund achtzig mitspielen im wahrsten Sinn des Wortes.
00:19:02: Und dann waren eben acht Wochen keine Gottesdienste- und gerichtlichen Veranstaltungen darin sondern das Theaterstück mit dem Glöckner von Weylheim und solche Dinge... das miteinander zu teilen vor Ort und damit etwas zur Zivilgesellschaft beizutragen, etwas zu einem guten Miteinander beizudragen eine Plattform zu bieten in der sich Menschen unterschiedlichster Herkunft und Prägung begegnen können.
00:19:29: Hier so ein Raum aufzumachen in dem Begegnungen möglich ist von Menschen die sich sonst vielleicht nicht begegnern würden Das glaube ich ist eine Verantwortung, die wir versuchen hier vor Ort wahrzunehmen und sich mit diesem Gebäude sozusagen als Aufgabe verbindet.
00:19:46: Und genau zum Thema Belebung der Innenstadt habe ich jetzt auch ... was ich mich vorbereitet habe für heute.
00:19:53: Gelesen, dass Sie auch jetzt im Sommer ein paar Veranstaltungen schon geplant haben wieder also die so über den normalen Gottesdienst rausgehen könnten?
00:20:00: Könnte da einfach auch schon mal kurz was enthiesern?
00:20:03: Es
00:20:03: ist ganz unterschiedlich.
00:20:05: es gibt Veranstaltung in die innerhalb der Peterskirche spielen.
00:20:08: Ich glaube das ist so das was man sich traditionellermaßen auch vorstellt dass er's damals ein Orgelkonzert Ende Juli geben wird oder dass man dann einfach mal solche beim Gemeindefest wie jetzt beispielsweise am zwölften Juli ein Pop-Core erleben kann, der diese Kirche und ihre Mauern etwas zum Vibrieren bringt.
00:20:27: Und gleichzeitig ist das eben auch das andere, dass nicht nur die Kirche in der Stadt sondern die Stadt auch in der Kirche ist.
00:20:33: also sprich wir haben einen Konzert von unserem Chor an der Peterskirche, das bewusst unter den Kastanien stattfindet.
00:20:40: Oder es gibt einmal im Jahr den Weilheimer Sponsorenlauf den die Kirsengemeinde mit ausrichten darf und da bleiben wir gar nicht an der Peterskirche stehen, sondern bewegen uns wie das für einen Sponsorenlauf einfach noch viel gewinntrechtlicher ist.
00:20:55: Und dann rennen wir hier durchs Städte.
00:20:57: und auch dass es wieder so etwas wo Leben geschieht, da öffnet sich plötzlich Balkone und Fenster und Dachlücken und Leute gucken raus und feuern einen an.
00:21:07: oder es gibt jemanden in der Schulstraße, der da regelmäßig bei großer Hitze eine Gartentusche in die Straße rausstellt und die Leitung legt.
00:21:18: Also das finde ich ist doch wunderbar, das ist doch lebend pur wenn man solche Dinge miteinander teilt und aus der Situation heraus gestaltet.
00:21:27: Wir sind vorbeigeladen haben Kaffee Westlees?
00:21:30: wo sie auch mit aktiv sind.
00:21:33: Wir waren aber auch kürzlich beim Drehkw-Verein, beim Kinole, wo Sie auch aktiv sind.
00:21:38: also mal so den Eindruck und sich versprühe das ja eine gewisse Art von jetzt kommt es wird Lebensfreude oder Handstampf in Weilheim bei Ihnen gibt selten das Wort geht nicht gibt's nicht sondern sie versucht auch immer so Dinge möglich zu machen außergewöhnliche Dingen die glaubt da profitiert weil haben wir ungemein.
00:21:52: dass ist ein umtrebiger Pfarrer
00:21:53: hat Gut, und es wäre nicht richtig sich da mit falschen Lorbeeren zu schmücken.
00:21:59: Also das Wesle ist uns nochmal geschwind ranzunehmen.
00:22:03: Das ist eine Idee unter Gründervater mit dem Namen der Evangelisch-Methodistischen Kirsengemeinde.
00:22:10: Natürlich betrete ich dieses Kaffee auch sehr gern, nicht nur wegen dem philosophischen Anspruch sondern vor allem wegen der Kuchen und der Top-Dies dort gibt.
00:22:19: Richtig!
00:22:20: Damit sind wir jetzt also bei den persönlichen Schwächen angekommen.
00:22:24: aber nein... Also so da gibt es ja ganz viele Menschen und eigentlich möchte ich da auch gar nicht als Person im Vordergrund stehen, sondern inzwischen habe ich ein Alter erreicht, wo man sich noch mehr freut.
00:22:41: Wenn man sieht wie andere ins Tun kommen und den Raum bespielen und selber reinwachsen in eine Aufgabe überhaupt also Menschen zu begleiten, zu befähigen und dabei ja zu unterstützen diese Stadt mit Leben zu füllen und sich zu trauen.
00:23:03: das macht mich eigentlich noch viel zufriedener, als wenn ich selber irgendwo durch die Gegend springe und in der Zeitung zu sehen bin.
00:23:11: Also viel, viel besser ist es, wenn's anderes sind – und ich mir das aus der zweiten Reihe anschauen kann!
00:23:16: Und so ist es auch beim Drehkawieverein.
00:23:18: Das ist einfach ein ganz, ganz agiler Vorstand, der dann auch die Idee hatte bei der Suche nach einem neuen Kinoraum auf die Kirsengemeinde zuzukommen.
00:23:29: Naja, das haben Sie jetzt noch nicht angesprochen.
00:23:31: Aber die Kirsengemeinde hat schon auch Aufgaben wo sie mit den Zeichen der Zeit nach Finanzen und Gebäuden fragen muss.
00:23:41: Und wenn man da Partnerschaften findet wie zum Beispiel mit dem Tricahweverein im Gemeindezintrum Ekelsberg dann ist es ein Glücksfall.
00:23:49: Das sind aber viele viele beteiligt und haben den Weg geebnet.
00:23:55: Jetzt haben sie es gerade schon angesprochen.
00:23:56: So ein bisschen Gebäude, jetzt kommt man nicht drum rum!
00:23:59: Sie waren ja auch schon groß im Tech-Boden.
00:24:01: ich habe den Artikel natürlich Justa Moritz geschickt, aber eindruckende Bilder... dass tatsächlich die Kirche ein Sanierungsbedarf hat, das sie da auf Unterstützer angewiesen sind.
00:24:11: Das ist ja ein mächtiges Gebäude und man gibt es dann einen konkreten Plan.
00:24:17: Sie haben schon bisschen was erzählt.
00:24:18: aber für alle die den Tickboden nicht lesen und lieber hören in wenigen Sätzen Was ist mit der Kirche los?
00:24:26: Also Pläne gibt es schon ganz viele und ganz lange.
00:24:29: Und dann gibt's vor allem ganz, ganz lange Genehmigungsverfahren und Details.
00:24:34: Und deshalb bin ich jetzt richtig stolz sagen zu dürfen dass im März zwei tausend siebenundzwanzig diese Sanierungsmaßnahme an der Weihlheimer Peterskirche beginnen wird.
00:24:44: Es geht nur um drei Punkte Wir müssen das Dach-Tragwerk reparieren und zum Teil auch ertüchtigen.
00:24:52: In dem Zusammenhang haben wir auch mit Problemen in der Gewölbedecke zu tun, die man im Kürzenraum sieht wenn man nach oben schaut und wir haben verschiedene Problemzonen an den Außenwänden.
00:25:04: Das Ganze hat seinen Ursprung darin dass es Setzungsbewegungen vor allem in der Südwestecke der Kirche gibt, die sich dann in Rissen an den Wänden bemerkbar gemacht haben aber auch ein gebrochener Gewölberippen im Gewölbe der Kirsche.
00:25:19: Und was wir machen können, ist dass wir versuchen die Dach-Traglast auf diesen Gewölbefeldern und auf diesen Außenwänden zu reduzieren.
00:25:29: Da wird sowieso im Dach auch im Traufbereich beispielsweise die üblichen Schadensbilder haben, die jedem Haus irgendwie nach sechzig, siebzig Jahren dann mal wieder blühen.
00:25:42: wollen wir es so machen das wir eben die Schäden reparieren im Tragwerk des Dachs aber auch bei dieser Gelegenheit konstruktiv das Dach verbessern, um die Last, die von diesem relativ großen Dach auf dem Oßenwänden und im Gewölbelaster zu reduzieren.
00:25:58: Und es ist ein relativ komplizierter Eingriff, wo man nicht so viel aber eben genau das Richtige tun sollte.
00:26:06: Wir haben sehr viele Voruntersuchungen dazu gehabt also sowohl vom Baustatischer Seite als auch vom Bauhistorischer Seite.
00:26:12: Das war sehr interessant wie das dann noch einmal Ja, das Statement der Fachleute verändert hat.
00:26:17: Wo dann verschiedene Expertisen hinzugelegt wurden.
00:26:20: und jetzt ist es doch im glaube ich ein maßvolles Maßnahmenpaket natürlich nach Maßgaben auch des Denkmalschutzes aber kein günstiges also.
00:26:30: wir liegen jetzt deutlich über zwei Millionen.
00:26:32: Da gibt es eine Menge Mitspieler, die das Projekt unterstützen.
00:26:35: Die evangelische Landeskürze kann da mit Kürzensteuern mitteln etwa von einer halben Million reingehen.
00:26:40: auch unser Kürsenbezirk hier in Kirchheim ist damit hunderttausend Euro mit dabei.
00:26:44: Die Kürsengemeinde hat Geld gesammelt jetzt im Lauf der letzten zwanzig Jahre seit erletzten Sanierung am Turm und da haben wir einen stolzen fünfstelligen Betrag zusammen.
00:26:53: Es gab schon Spendenaktionen.
00:26:55: wie geht's gerade bei Schwisse der Letztjährige Weilheimer-Sponsorenlauf.
00:26:58: aber das reicht alles nicht.
00:27:01: Wir sollten hier vor Ort noch etwa fünfhunderttausend Euro zusammenkriegen, wenn man dann noch die Zuschüsse vom Denkmalamt kriegt.
00:27:11: lässt noch hoffen, dass da wirklich dann auch was fließen wird nächstes Jahr.
00:27:16: Dann denke ich könnte man es schaffen.
00:27:17: aber jetzt stückt nochmal ein richtiges Stück Arbeit vor uns.
00:27:20: also bin ich auch froh das wir in der Stiftung Peterskirche eine Bürgerstiftung haben die ganz bewusst sagt wir sind nicht dafür da das kirchliche Leben zu finanzieren sondern wir wollen dieses Kulturdenkmal erhalten und da knien sich die Leute im Stiftungsrat richtig rein.
00:27:41: ist es auch wert diese Peterskirche, dass jede Generation da ihre Aufgabe hat und ihren Teil beiträgt?
00:27:51: Ich hätte noch eine etwas allgemeinere Frage.
00:27:57: Also trotzdem auf Ihre persönliche Perspektive gesehen weil wir sind ja jetzt aktuell in Zeiten nicht leicht also sowohl allgemeingesellschaftlich als auch für die Kirchen selber.
00:28:07: ich meine es gibt Mitglieder Spund so ein bisschen gleichzeitig Wie Sie es auch schon angedeutet haben, werden ja doch an vielen Stellen auch neue Wege beschritten und entsteht was Neues.
00:28:18: Was sind denn die Sachen, die Ihnen so... ...die Dinge, die in Ihrem Alltag vielleicht am meisten Kopfzerbrechen machen?
00:28:23: Aber was gibt Ihnen dann auch Hoffnung wiederum andererseits?
00:28:28: Also das ist ja bezahlend dass ich mit dem Kopfzer brechen gleich beginne und mir da sofort viele Beispiele einfallen.
00:28:35: also Das
00:28:36: ist auch dramaturgisch immer besser damit anzufangen.
00:28:39: So habe ich das beim Deutschaufsatz auch gelernt, erst die Kontrasseite dann die Pro-Seite und ein Spaßbassete also was mir wirklich Kopfzerbrechen bereitet ist die Bürokratie.
00:28:48: das ist etwas was auch vor kirchlichen Organisationszusammenhänge nicht halt macht und das beschäftigt mich als Pfarrer mehr denn je und mehr als ich es eigentlich erzählen möchte.
00:29:03: Das andere, was mich beschäftigt ist in unserer Gesellschaft eine Entwicklung.
00:29:09: Wo ich den Eindruck habe wir sind überfordert von der Komplexität und der Gleichzeitigkeit von Krisen und Veränderungen und von Transformationen die sich unseren Steuerung entziehen und auch zu begreifen zu durchdringen und selber dann damit umzugehen wirklich eine Überforderung ist.
00:29:35: Und da reagieren Menschen natürlich unterschiedlich drauf, also das ist dann vielleicht jetzt auch der Wechsel zum positiven, dass ich sagen kann immer dort wo sich Menschen verstehen, sich selber oder auch untereinander verstehen, da kommen wir einen Schritt weiter und wo die Kirsengemeinde überhaupt kirchliche Angebote dazu was beitragen können, dass Menschen sich verstehen und untereinander das Verständnis erzielen.
00:30:08: Das muss ja nicht immer ein Verständes sein aber zumindest sich zu verstehen.
00:30:12: ich glaube da entgehen wir der Falle in einen verurteilen ihnen denunzieren und in vermeintlich einfache Lösungen abzurutschen.
00:30:23: und dazu jetzt sozusagen in zivilgesellschaftlicher Hinsicht möchte ich auch als Pfarrer einen Beitrag leisten.
00:30:31: und das geschieht in Angeboten, die Menschen zusammenbringen.
00:30:36: Also da kann ich ganz klassisch mit dem Gottesdienst anfangen.
00:30:38: Ich glaube im Rohr-Gottesdienst Gemeinde am Sonntagvormittag in der Peterskirche unter diesen sagebar siebzig bis hundert Personen wenn es nicht gerade ein Konformationsgottes-Dinsch mit vierhundert Gästen ist.
00:30:49: hier finden so unterschiedliche Leute zusammen wie kaum einem anderen Format geschieht, vielleicht noch im Fußballstadion.
00:30:59: Der Vergleich ist gar nicht so aus der Welt.
00:31:01: jung und alt gebildet und akademischer Abschluss- und Ausbildungsbetrieb alle kommen und können da und haben da irgendwo eine Schnittmenge die sie zusammenführt.
00:31:13: Und so wie das eben der VfB Stuttgart sein kann, so kann es auch eine Stunde in der Woche sein wo man sagt So und jetzt unterbreche ich mal alles was mich sonst beschäftigt.
00:31:23: Jetzt bin ich einfach nur da und dann kommt Wie bei Matthias Hennig mit fünf Jahren dieses Gefühl der Langeweile hoch Diese unangenehme Konfrontation damit dass ich Mal für einen Moment nicht wirksam Bin und Mit mir selber zu tun krieg.
00:31:37: und Dann sind wir schon vielleicht ein Schritt weiter.
00:31:39: also Das wäre jetzt sozusagen ein ganz Klassisches Format.
00:31:43: Dann, glaube ich, passiert das eben in dem was die Menschen gerade brauchen.
00:31:48: Also vor zehn Jahren, aus den Arbeitskreis Asyl gegründet und in die Trägerschaft der evangelischen Kirchengemeinde gestellt, wenn man gesagt hat, dass braucht es jetzt!
00:31:57: Und das braucht's immer noch!
00:31:59: Und glaub' ich so bringt jede Zeit ihre Aufgaben.
00:32:02: und wenn ich als Fahrer dabei mithelfen kann, dass Menschen dann einen Raum finden wo wir sich dafür vernetzen und zusammenfinden können dann hoffe ich, dass das ein gewisser Beitrag ist auch eine schwierige Zeit die wir gerade erleben miteinander zu meistern oder vielleicht auch streckenweise schlicht auszuhalten.
00:32:24: Jetzt haben Sie gerade schon die Verantwortung, die Zeit.
00:32:27: Jetzt haben wir das Problem in Weylheim – ich will jetzt sagen Probleme – aber die Innenstadt mit der Frequenz ein oder andere über das Online, jetzt kann ich es auch mal fragen gibt es auch gutes Dienste digital?
00:32:37: Also da verändert sich ja so eine Lebensstil- bzw Autokonsum.
00:32:42: Wie nehmen Sie das war an der Innenstadt in Weyheim also der ein oder anderes ist total happy wieder um andere zu sagen oh da könnte ein bisschen mehr los sein.
00:32:48: und jetzt tragen sie als Kirche auch dazu bei dass da kräftig traffic ist mit diversen Veranstaltungen.
00:32:54: Gibt es da Ansätze, wenn wir schon mal so ein Profi haben an Ideen spinnen?
00:33:00: Was könnte man dann noch tun.
00:33:02: Also Ihre Analyse teile ich... Als ich jetzt gerade über den Marktplatz gekommen bin war ich erstaunt wie wenig Fahrzeuge gerade geparkt sind.
00:33:09: Ich glaube das waren zwei Stück.
00:33:12: Umgekehrt gibt es hier Donnerstag oder Freitagabende Da finden Sie keinen Parkplatz, aber sehr wohl ein großvoluminösen SUV der vor meiner Garage parkt.
00:33:23: Und sodass ich nicht mehr raus kann ... Weil ich auch gar nicht weiß, wem er gehört!
00:33:27: Also es gibt dann schon Frequenzen, wo am Freitag oder Samstagabend hier die Lokale und so weiter gut bespielt werden und wo glaube ich hier auch die orteansässigen Akteure, die Familien, die die Lokal beispielsweise betreiben wirklich tolle Sachen bieten?
00:33:43: Das finde ich schon nochmal auch ein Teil der Wahrnehmung.
00:33:46: Es gibt tolle Angebote, die Stadt tut wirklich was.
00:33:49: also ob ich jetzt in den Bartholzplatz gehe oder mich auf die gerade erneuerten Bänke unter den Kastanien setze man hat das im Blick mir tut viel bis hin zu den Bauhofmitarbeitern die einfach immer der Stadt ein gutes Gesicht geben an ganz verschiedenen Ecken.
00:34:06: Ich glaube dass so Zug in unserer Gesellschaft sein, könnte ins Unmittelbare wiederzukommen.
00:34:13: Also wir merken ja genau bis hinein in die Gesetzgebung und die Frage von Handy oder Social Media verboten für Kinder und Jugendliche das uns die Medialverwicklung nicht nur gut tut sondern dass wir auch dieses unmittelbare brauchen.
00:34:29: Das, glaube ich kann so eine Kirsengemeinde helfen mit zu ermöglichen.
00:34:34: In dem jetzt zum Beispiel eine Kindergartengruppe jeden Montag schon seit Langem immer montags zwölf Uhr in die Peterskirche kommt nur um diesen Raum zu riechen, zu erleben.
00:34:45: natürlich gehe ich mit Jugendlichen und Konferentinnen auf den Kirsturm und in die Glocken und kriege ich jede Ritze.
00:34:53: also das ist so eine Möglichkeit Unmittelbarkeitsräume zu erfüllen.
00:34:57: Ich glaube, ich brauche es einfach auf die verschiedenen Altersstufen an Gebote.
00:35:02: Also das Schiff... Das weiß ich nicht.
00:35:03: Ich glaub' das ist für jedes Weillheimer Kind ein Begriff.
00:35:06: Jedes Weillhammer Kind weiß was das Schifff ist!
00:35:09: Da gibt's nämlich zwischen Scholderbeck und Peterskirche so einen nachgebauten Schiff und das ist hochattraktiv also sticht oft in See.
00:35:16: jedenfalls Wenn man sich jetzt vorstellt, um den Kohlensbach herum und in den Hofgärten herum könnten doch dann manche vielleicht auch von den Dingen aus dem Evopad Parkour die sich abgenutzt haben immer wieder Stück für Stück erneuert werden wie jetzt mit der Bullbahn oder ähnlichem.
00:35:32: Ich glaube da ist schon viel getan.
00:35:35: es liegt dann letztlich an uns dass wir das bespielen.
00:35:39: also ich kann eigentlich gar nicht ein Maßnahmenkatalog hier der Stadt auf einen Schreibtisch legen und sagen macht mehr oder macht dies.
00:35:48: Nein, ich finde es ist ganz viel da und es liegt an uns Bürgerinnen und Bürgern.
00:35:54: Dass wir mit den Pfunden die wir haben wuchern und dass wir dem auch vielleicht eine Priorität geben und nicht bei jeder Gelegenheit meinen jetzt müssen wir ganz ganz ganz weit wegfahren und nochmal das verlängerte Wochenende verreisen sondern hier sich aufs Fahrrad setzen hier beim Kirschblütentag mit laufen also einfach hier eintauchen in diese wunderbare Lebenswelt die uns auch umgibt.
00:36:16: Jetzt bin ich aber froh, dass Sie den Aufgaberkatalog et rüberreichen.
00:36:19: Ich dachte schon unter dem Bachskriptum!
00:36:22: Nein und wenn dann würde ich Ihnen ja sagen das es sich beim wohl temperierten Klavier auch nur um Aufgaben in D-Door handelt.
00:36:29: also Spaß beiseite... Unterkauf Hebräisch?
00:36:33: Ich finde es gibt genug an Forderungen die uns ständig vorgetragen werden.
00:36:39: wir machen uns nicht freier und glücklicher, wenn wir die immer noch mehr erhöhen und die Standards noch höher schrauben.
00:36:45: Sondern das was da ist mit Leben füllen.
00:36:48: ich finde es ist Aufgabe genug.
00:36:56: Ich hätte eigentlich nur noch ... Das würde jetzt aber schon so langsam ins Ende überleuten, wenn du nicht noch inhaltliche Fragen hast.
00:37:04: Gerade nochmal durch habe... Wir haben jetzt gucken wir mal auf die Uhr.
00:37:07: Vierzig Minuten gute Zeit oder?
00:37:09: Superzeit!
00:37:09: Haben wir etwas et angesprochen?
00:37:12: Natürlich ganz vieles nicht.
00:37:13: Aber das ist bei mir inzwischen so, dass ich weiß, ich muss nicht sonntags immer über alles prädigen sondern der nächste Sonntag kommt bestimmt und ich hoffe einfach, dass auch unser nächstes Gespräch kommt.
00:37:25: dann gerne mehr davon!
00:37:27: Dann wiederholen wir das mal wieder.
00:37:28: aber dann würde ich Ihnen trotzdem noch eine persönliche Frage stellen und zwar die hatte ich eigentlich irgendwie als Eispräger für den Anfang, aber ich finde jetzt zum Schluss passt es ja auch ganz gut.
00:37:37: Sie sind ja jemand, der sich für viele Dinge begeistert und kann offensichtlich Was begeistert Sie denn so privat in letzter Zeit?
00:37:44: So gibt's da irgendwas, außer auf Bestutgart vielleicht.
00:37:46: Den haben sie ja schon angesprochen
00:37:47: aber...
00:37:50: Also es gibt zwei Sachen die mir jetzt aus der vergangenen Woche einfallen.
00:37:56: Das eine sind die Baucherbüble also die Traubenhyazinten für Nichtschwebinnen und Nichtschwaben, die in unserem Garten das Licht der Welt erblickt haben.
00:38:07: Diese wunderschönen dunkelblauen Dinger zusammen mit den Osterglocken, die ergeben so ein wunderbares Bild.
00:38:16: und das Allerschönste an dieser Farbkräftigkeit ist dass ich gar nichts dazu beigetragen habe.
00:38:22: Ich bin den ganzen Herbst- und Winter mit schlechtem Gewissen immer um unseren Garten herum geschlichen und dachte eigentlich solltest du eigentlich müsstest du und acht hier aufräumen und da zurück schneiden?
00:38:31: Ich hab es einfach nicht geschafft!
00:38:34: Und jetzt kommen einfach trotzdem die Bauerbüble und die Osterglocken.
00:38:40: Also an sowas kann ich mich von Herzen freuen, genauso freue ich mich wenn ich den Schweizer Omnibus hier sehe von einem ortsansässigen Unternehmen, denn eigentlich wäre auch gerne Omnipussfahrer geworden und den Plan habe ich zurückgestellt aber immer so ein bisschen mit kleiner Sehnsucht.
00:39:01: Schau ich dann dem orangefarbenen PTT-Bus, der schweizerischen Post hinterher und würde doch mal gerne am Steuer sitzen und eine da Schweizer Passstraße oder wenigstens die Steige nach Ochsenwang hin auch steuern.
00:39:17: Also die Freude einfach an alltäglichen Dingen.
00:39:20: Und ob das eine technische Errungenschaft ist, dass es schon saurer.
00:39:24: und also jetzt kann ich Ihnen viel über drei Bremssysteme erzählen in dem Bus.
00:39:28: Also sowas kann mich faszinieren genauso wie eine Überraschung draußen in der Natur.
00:39:34: Bleibt uns nur noch die Abschlussfrage?
00:39:35: Die Kind hat sich vielleicht schon bedreht bei uns immer warum Weilheim zu ihnen passt.
00:39:42: Ich habe einfach das Gefühl seit ich zwei Tausend Fünfzehn mich auf diese Pfarrstelle beworben hab.
00:39:50: Ich bin hier wie heimgekommen.
00:39:54: Woran es genau liegt, ich glaube das ist ein Stück Landschaft und Mentalität aber dieser Lebensraum an der Rand des Schwäbischen Alb die Menschen, die hier leben und aktiv sind und ziemlich viele hinkriegen.
00:40:11: Das ist also ein Privileg und meine Familie fühlen uns sehr wohl.
00:40:17: Und solange uns die Weilheimerinnen und Weilheimer lassen, bleiben wir noch ein bisschen.
00:40:23: Die bedanken sich jetzt bestimmt auch schon.
00:40:26: Kommentare?
00:40:27: Genau!
00:40:29: Wir bedanken uns für das Gespräch.
00:40:31: Vielen herzlichen Dank.
00:40:32: Ja,
00:40:32: da danke ich auf meiner Seite.
00:40:33: Ich freue mich sehr dass Sie mich eingeladen haben und dass ich ein bisschen aus dem Leben einer Kirchengemeinde und einer Pfarrperson erzählen durfte.
00:40:42: und ja um mit Bach zu sprechen gerne Dacapo.
00:40:48: Ja, dann bleibt uns eigentlich nur noch zu sagen.
00:40:51: Genau wenn es euch da draußen gefallen hat an den Kopfhörern oder an den Lautsprecher, dann liked gerne oder kommentiert oder bewertet den Podcast und empfiehlt uns natürlich auch gerne weiter!
00:41:06: Und genau falls ihr Fragen oder Anmerkungen habt oder mal ein bestimmtes Thema in einem bestimmten Gast hören wollt schreibt eine Mail an podcast at weilheim-tech.de.
00:41:15: Dann schreibt euch die Daniela persönlich eine ganze liebe Botschaft.
00:41:22: Schauen wir mal!
00:41:23: Und wenn sie
00:41:24: ja nicht sehen wollen jeden Sonntag?
00:41:26: Fast jeden Sonnentag, aber sehr gerne auch Warktags, gerne auch zwischen Tür
00:41:32: und Angeln.
00:41:34: Vielen Dank und bis zum nächsten Video.
00:41:36: Tschüss!
Jochen
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